Leverkusen
Als Tänzer tritt er heute nur noch wohldosiert in Erscheinung. Der Bühne bleibt er dennoch treu. Mikhail Baryshnikov widmet seine beeindruckende Erfahrung als Performer inzwischen vornehmlich anderen Projekten – aktuell zu Ehren seines Freundes, des exilierten russischen Dichters Joseph Brodsky, der 1996 verstarb.
Für die Produktion «Brodsky/Baryshnikov», in Szene gesetzt von Regisseur Alvis Hermanis, nennt das Programmheft keinen Choreografen.
Es ist Baryshnikov selbst, der Brodskys dichte Sprache, seinen unerschrockenen Blick in die Untiefen des menschlichen Daseins in Bewegung überführt. Über die Körpersprache des Stücks befragt, äußerte sich Hermanis in «The Paris Review»: «Das alles ist nicht festgelegt – jeder Abend verläuft geringfügig anders ... Es geht nicht um die Möglichkeit, sondern um die Unmöglichkeit des Tanzes.»
Dabei ist es für Misha unmöglich, nicht zu tanzen. Auch wenn er einen Mann darstellt, der sich dem Ende seines (düsteren) Lebens nähert, dringt er mittels Bewegung zum Kern seines Sujets vor. Über weite Teile des Stücks sitzt er auf einer Bank und liest, grübelt, sinniert. Hinter der Bank bildet eine aus dem 19. Jahrhundert herübergerettete Veranda den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Tanzquartier Wien ist wieder unter der Haube. Zur Erinnerung: Erst war es mit Sigrid Gareis vermählt, die zweite Ehe mit Walter Heun läuft mit dieser Saison aus. Der dritte Bund wird zu Beginn des kommenden Jahres wirksam – mit Bettina Kogler, die zuvor neun Jahre lang das Festival «imagetanz» des Wiener Theaters brut geleitet hatte. Ab 2013 widmete sie sich...
Michaela DePrince, bekannt geworden durch den Film «First Position» und ihre Autobiografie «Ich kam mit dem Wüstenwind», wechselte vor vier Jahren vom Dance Theatre of Harlem an die Junior Company des Holländischen Nationalballetts. Seit 2014 ist sie Ensemblemitglied der Hauptkompanie, ihr gehört die aus Sierra Leone stammende Botschafterin der gemeinnützigen...
Schule, Beruf, Altersheim: Überall fügen wir uns brav in die Masse und gehorchen dem Herdentrieb. Vom lebenslangen Konformismus und den kleinen Fluchten daraus handelt dieses heitere, sehr menschliche Tanzstück, dessen Titel man mit «Cupido ist’s egal» übersetzen würde.
Ivan Cavallari, noch Direktor des Ballet du Rhin, hat einen Choreografen aus der Off-Szene...
