leipzig on tour
Ein Schelm, wer bei diesem Titel Böses denkt. Nein, Joshua Monten geht es tatsächlich um Hunde. Der sprachbegeisterte Schweizer mit dem ausgeprägten Faible für Andersartigkeit hat bereits vor zwei Jahren mit seiner Produktion «About Strange Lands and People» Fremdbegegnungen inszeniert und dazu die Gebärdensprache als Inspirationsquelle seiner Choreografie ins Spiel gebracht.
Artfremdes trifft auch in seiner jüngsten Kreation «Doggy Style» aufeinander.
Zu minimalistischen Klavierklängen, Samba-Rhythmen oder vor der Geräuschkulisse eines sommerlichen Parks entwickeln die vier jungen Darsteller – zwei Frauen und zwei Männer – aus behutsam wiederholten Gebärden in zunehmender Intensität die Bewegungssprache jener vierbeinigen Spezies, die seit jeher in einem ganz besonders engen Verhältnis zum Menschen steht. Ein Verhältnis, das Joshua Monten (der selbst übrigens kein Hundebesitzer ist) vor allem deshalb fasziniert, weil es nachhaltig, liebevoll, aber auch von essenzieller Ungleichheit bedingt ist.
Topdog, Underdog: Die Hand einer Darstellerin macht vor, was die übrigen Tänzer sodann mit dem ganzen Körper Gestalt werden lassen: auf Hierarchie und Dressur beruhende Interaktionen ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: kalender, Seite 44
von Marc Staudacher
Es gibt kein Entrinnen. Der synthetische Sound umhüllt, verfolgt, summt und brummt wie ein Bienenschwarm. Und wir Beschallten im Klangraum für Violine, Tanz und Elektronik sind gefangen in einer riesigen Bienenbox mitten auf der Bühne des Radialsystems V, wo die Uraufführung von «Inside Partita» stattfindet. Es ist düster, und gefühlte Ewigkeiten kreiert die...
Devoted, bis in die Fußspitzen! François Chaignaud und Cecilia Bengolea verschreiben sich ganz dem Spitzenschuh. Dabei traten der Bretone und die Argentinierin 2005 noch mit «Pâquerette» auf den Plan, um per Dildo das Gesäß als choreografisches Zentrum zu entblößen. Der Fingerzeig in Richtung Intimität galt als die Geburtsstunde dieser neuen Enfants terribles im...
Sechs Frauen lassen die Köpfe kreiseln. Sie pusten zart, küssen die Luft, wiegen sich breitbeinig im bisschen Wind, den sie machen. Die Rücken schwanken, die Arme rudern. Auf die Bühne gepflanzt, neigen sie sich wie Pflanzen, um bald festzustellen, dass sie doch nur Tänzerinnen sind. Also kläffen sie wie Hunde, sobald nur eine aus der Ordnung des Gemüsegartens...
