Lauren Cuthbertson
Eine Woche vor unserem Interview sah ich Lauren Cuthbertson als Zuckerfee in Sir Peter Wrights berühmter «Nussknacker»-Produktion. Im Anschluss an ihre Solo-Variation brach das Londoner Premierenpublikum in donnernde, lang anhaltende Beifallsstürme aus. In diesem Augenblick beschlich mich der Eindruck, dass Lauren Cuthbertson nunmehr in den Zenit ihrer künstlerischen Laufbahn eingetreten ist – einer Karriere, die bis dahin durchaus nicht kometenhaft, sondern beständig und vergleichsweise unspektakulär verlaufen ist.
Seit jeher eine starke, ernsthafte Künstlerpersönlichkeit von expressiver Gestaltungskraft und technischer Finesse, ist sie mit jeder neuen Rolle gewachsen und gereift und wirkt in vielen ihrer Interpretationen ernst, ja geradezu distanziert. Natürlich sind so gut wie alle Balletttänzer diszipliniert, doch Lauren war stets anzumerken, dass sie – bis zur kürzlichen Ernennung von Francesca Hayward – ihre Rolle als einzige britische Principal-Tänzerin im Ensemble des Royal Ballet mit besonders großem Verantwortungsgefühl wahrnahm. Immerhin zwei abendfüllende Werke hat der Choreograf Christopher Wheeldon eigens für sie kreiert: «Alice‘s Adventures in Wonderland» (2011) und ...
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