Lagos

Fusion ist angesagt: Hier werden Stile gesampelt, über- und zueinandergelegt – der kulturelle Austausch floriert

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Die Entwicklung, die der Tanz als Bühnenkunst gegenwärtig in Westafrika vollzieht, führt ausgehend von traditionellen Ausdrucksformen hin zu einem stärker gegenwartsbezogenen Vokabular. Kunstschaffende schöpfen aus ihrer jeweiligen aktuellen Lebensrealität, um neue Formen des persönlichen Geschichtenerzählens auszuloten – multimedial und mit Elementen des Tanzes.

Sie entwickeln den Tanz damit über den bloßen Entertainment-Horizont hinaus fort und produzieren Arbeiten, die Politik, Kolonisierung, gesellschaftliche Ungleichheit und Fragen der Geschlechtergerechtigkeit als Faktoren des sozialen Wandels hinterfragen.

Auf den Bühnen von Lagos etwa gehören derzeit Mara und Ogba zu den angesagten Tanzstilen, die dem Genre Naija Craze zugerechnet werden können: Tänze, die von der Hektik des Arbeitslebens, der lärmenden Umgebung – Autohupen, öffentlicher Nahverkehr – sowie von skurrilen Figuren aus dem alltäglichen Straßenbild inspiriert sind. Rasante Beinarbeit zu Klängen von durchschnittlich 160 bpm – und damit dem indigenen Atilogwu aus den östlichen Landesteilen Nigerias, dem nordnigerianischen Tanz R’wankifi sowie dem Zaouli-Maskentanz aus Côte d’Ivoire nicht unähnlich. Mit diesem Mix ...

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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Parkett International, Seite 158
von Ridwan Rasheed

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