Paris
Es war Anfang Juni, als die Alarmglocken der Kulturszene schrillten. Im Süden von Paris, ein paar Metrostationen vom Bahnhof Montparnasse entfernt, liegt der Vorort Vanves. Die kleine Stadt hat ein Theater, das seit 30 Jahren ein Festival mit dem komplizierten Namen «Artdanthé» organisiert: «Art, danse, théâtre». Aber schon seit Langem zeigt man dort zu 90 Prozent Tanz und Performance.
Anfang Juni nun schickte sich der gerade wiedergewählte Bürgermeister Bernard Gauducheau an, die Direktion des Théâtre de Vanves vor vollendete Tatsachen zu stellen: Die Saison 2026/27 sei für Tanz und Theater abgesagt, Kino und Kindertheater blieben ausgenommen, im Übrigen solle das städtische Theater sich komplett neu erfinden. Gauducheau verkündete sein Urteil nicht öffentlich, es kam ans Licht, weil die Theaterleitung den betroffenen Compagnien die Abwicklung mitteilen musste. Es handelte sich immerhin um den bis dato brutalsten und radikalsten Kinnhaken gegen Frankreichs Kunst und Kultur. Dabei gehört Gauducheau, gerade im ersten Wahlgang mit 54,5 Prozent der Stimmen wiedergewählt, gar nicht dem wenig kulturaffinen Rassemblement National (RN) an, sondern der Mitte-Rechts-Partei UDI, die ...
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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Parkett International, Seite 152
von Thomas Hahn
Sharon Eyals unverwechselbarer Stil ist ein Markenzeichen. Er zeichnet sich durch rhythmische Schritte, pulsierende Ensembles sowie eine Vorliebe für Struktur und Symmetrie in Vollendung aus: Hypnotische Klangwelten und schnörkellose Bühnenbilder unterstreichen die dramatische Dimension der Körper. In Summe entsteht daraus eine einzigartige künstlerische Welt....
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