Mitbestimmung

Teilhabe ist kein Zustand, sondern ein Prozess

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Januar 2026: Über 40 Tanzkünstler*innen und Projektleiter*innen aus ganz Deutschland sind nach Berlin gekommen. «Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e. V.» (BAT) hat zum Fachtag eingeladen. Nach mehreren Inputs und langem Sitzen ist es Zeit für eine spontane Bewegungseinheit. Musik braucht es nicht. Gliedmaßen werden geräkelt, gerieben und abgeklopft, Gesichter entspannt, gemeinsames Atmen erfüllt den Raum. Nach wenigen Minuten geht es weiter mit dem nächsten Beitrag. Die Stimmung ist gelöst. «Das hat gutgetan», heißt es mehrfach.

Aber Moment: Wirklich für alle? Ich selbst ertappe mich in solchen Situationen immer wieder bei kleinen Widerständen. Und eine Impulsgeberin gibt zu bedenken, dass viele der jungen Menschen aus ihren Tanzprojekten den Raum wohl fluchtartig verlassen hätten, wenn sie einem solchen Bewegungsangebot «ausgesetzt» gewesen wären. «Das ist doch kein Tanz», würde es vermutlich heißen. Neu ist diese Erkenntnis nicht. Aber sie verweist auf eine zentrale Frage: Wer bestimmt eigentlich, was Tanz ist?

Tanz gilt als universelles Phänomen – und ist doch in seinen Formen, Bedeutungen und Zugängen hochgradig vielfältig. Ein Tanzraum ist deshalb ...

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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 56
von Martina Kessel

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