Komikerin
Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen würde, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf zwischen jüngeren und älteren Tänzerinnen sie zermürbt hätte. Heute lacht sie darüber, und ihr Publikum lacht mit.
Es strömt zu Chloé Maginots one princess show mit dem offiziellen Titel «La danse pète son câble». Zu Deutsch in etwa: «Der Tanz knallt durch». In weiten Teilen hört sich das an wie eine Comedy-Version von «Black Swan». Das kleine Energiebündel plaudert aus dem Nähkästchen, von geheuchelter Freundschaft unter karrierebesessenen Rivalinnen. Die streuen ihren verhassten Konkurrentinnen heimlich Glassplitter in die Spitzenschuhe. Und haben eine heimliche Freude an einer Verletzung der hierarchisch höher eingestuften Ballerina. Es geht von bloßem Hass bis zu Stichen mit der Schere. «Alles Aasgeierinnen!» Womit klar ist, weshalb Chloé Maginot sich heute wohler fühlt. Als Ballettkomikerin sei sie ihre «eigene ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Künstler sein, Seite 46
von Thomas Hahn
Esther Dreesen-Schaback, Dramaturgen haben einen notorisch schlechten Ruf, gelten allenfalls als brauchbare Textlieferanten fürs Programmheft. Was hat Sie an diesem Beruf gereizt?
Ich habe als Jugendliche intensiv Ballett trainiert, wollte aber unbedingt Literatur studieren. Während des Studiums war mir schnell klar, dass ich fürs Theater arbeiten will. Da gab es...
Eri Iwasaki, Claudio Schellino, wie wird man Ballettmeister?
Claudio Schellino: Ich durch eine Verletzung am Rücken. Damals tanzte ich in Italien. Mit einem Bandscheibenvorfall ist es ja ziemlich schwer, ein guter Tänzer zu bleiben und eine Partnerin zu heben. Zu jener Zeit gab es in der Schule der Mailänder Scala einen Nachmittagskurs, an dem man sich als Tänzer in...
Die Gruppe nach dem Solo
Für seine Solistenkarriere bei der Mark Morris Dance Group bekam er 2010 den «Bessie Award». Er tanzte, trainierte die Kompanie bei Tourneen, gab Unterricht für Studenten, manchmal auch für Kinder, unterrichtete «Mark Morris stuff» und beteiligte sich an «Outreach»-Projekten. Das Übliche eben. Seit 1997 ist David Leventhal Mitglied der...
