Kein Flüchtling

Ahmad Joudeh: ein Tänzer, mitten im Krieg. Ein junger Mann, dessen Heimat systematisch zerstört wird. Ein Staatenloser, der sich seinen Bühnentraum erfüllt. Weit weg von der Heimat. Und ihr trotzdem ganz nah.

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Das Fernsehen machte ihn quasi über Nacht bekannt. Der Dokumentarfilm «Dance or Die» des Regisseurs und Journalisten Roozbeh Kaboly,- für die niederländische TV-Serie «Nieuwsuur» 2016 produziert, schildert, wie sich der junge Syrer Ahmad Joudeh seinen Traum, Tänzer zu werden, erfüllt hat – trotz Krieg und väterlichem Widerstand.

 

Joudehs Geschichte hat in den Niederlanden emotionale Wellen geschlagen und bei Het Nationale Ballet derart Eindruck gemacht, dass man dort beschloss, einen Fonds einzurichten, der es dem Tänzer ermöglichte, ein Ausbildungsjahr in den Niederlanden zu verbringen. Kaum in Amsterdam angekommen, wurde er zu einer Art Nationalheld ausgerufen und schließlich zu einer paneuropäischen Symbolfigur, nachdem der Film auch in anderen Ländern ausgestrahlt worden war. Dieser plötzliche Ruhm, hält er an? Konnte sich Joudeh mit seiner Friedensbotschaft in Europa – und in Syrien – nachhaltig Gehör verschaffen? Und was ist aus seiner Hoffnung geworden, in sein Heimatland zurückzukehren und dort als Tänzer zu arbeiten?

In den Schoß gefallen ist Ahmad Joudeh in seinem Leben so gut wie nichts. Der älteste Sohn eines palästinensischen Vaters und einer -syrischen Mutter – er ...

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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Fremde, Seite 118
von Pieter T’Jonck

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