julia und romeo
So sieht der Nachtmahr eines Theaterdirektors aus: Hunderte von Schülern zwischen 6 und 16 Jahren im Zuschauerraum, dazwischen ein paar Lehrer, Erzieher, Väter und Mütter – und dann streikt, unmittelbar nach Vorstellungsbeginn, die Technik.
Was wird passieren, nachdem der Inspizient um fünf Minuten Pause gebeten hat, damit der Tanzteppich wieder geflickt und vernünftig befestigt werden kann? Wird der Saal im Tumult versinken, ja lässt sich so ein Malheur überhaupt einfangen, wo doch an diesem Vormittag die multitaskende Generation ADHS das Parkett der Königlichen Oper zu Stockholm dominiert?
Erst wird es mit jeder Sekunde etwas lauter, Dirigent Alexander Polianichko dreht sich um, legt den Finger auf die Lippen, wirft eine Kusshand ins Rund. Das reicht immerhin für die Viertelstunde, bis der Vorhang sich zum zweiten Mal hebt. Und dann – bleibt es fast zwei Stunden lang still. Vollkommen still. So still, dass noch die zartesten Vibrationen der Bühne sich wie Ätherbänder durch die Reihen schlängeln. So still, dass jedes Räuspern, Rascheln, Flüstern, Kichern den Bann bräche, den Mats Ek über das Publikum legt. Es ist die Intensität seines Erzählens und das Erzählte selbst, das den ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
newcomer_________
reut shemesh
Einundzwanzig Monate hat Reut (sprich «Re-ut») Shemesh in der Armee gedient. Drei Jahre müssen sie in Israel ran. Nebenher konnte sie weiter in ihrer Tanzschule in Yavne bei Tel Aviv trainieren. «Armee war langweilig», sagt sie in gutem Deutsch. Kurze Pause. «Ich war Rebellin. Ich fühlte mich extrem unwohl. Ich konnte nicht machen,...
natürlich________
kann man zu jeder Musik, zu jedem Klang, zu jedem Geräusch irgendeinen Schritt setzen. Aber ist das Choreografie? John Neumeier, soeben für sein 40. Jubiläum am Hamburg Ballett gefeiert, bezweifelt das. Im Interview (ab Seite 74) erklärt er Choreografie als «dieses geheimnisvolle Finden eines Pendants zu einer Musik, das nicht identisch ist mit...
Das müsste doch alle Politiker unseres Landes erfreuen: Der Deutsche Berufsverband für Tanzpädagogik, der Deutsche Tonkünstlerverband, der Deutsche Bühnenverein – vertreten durch seinen Geschäftsführenden Direktor Rolf Bolwin, der zugleich Vorsitzender des Beirats der Künstlersozialkasse (KSK) ist –, fordern von der Deutschen Rentenversicherung, sie möchte...
