Hoffnungsträger: Michiel Vandevelde

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Michiel Vandevelde hat etwas Unheimliches. Geniehaftes. Er schreibt, kuratiert, gründet Formate, choreografiert. Beim Produktionshaus fABULEUS im belgischen Leeuwen, das Kinder und Jugendliche mit professionellen Theatermachern zusammenbringt, erlebte er sein coming of age. Bei P.A.R.T.S. hat er studiert, in Magazinen und auf Festivals dekliniert er Diskurse. Bis 2021 ist er artist in residence beim Brüsseler Kaaitheater, in Deutschland fördert PACT Zollverein seine Arbeiten.

Vandevelde scheint in der Tradition von Da Vincis Universalismus und dem Allesfresser-Duktus eines Gesamtkunstwerkers zu stehen. Und auch etwas von der diskreten Hingabe der Jugendlichen, mit denen er «Paradise Now (1968 – 2018)» inszeniert hat, strahlt er selbst aus. Wenn sie 40 Jahre aus der Mediadatenbank zum Weltgeschehen zwischen Pop und Politik enacten, um letztlich bei den 68er-Idealen des Living Theatre zu landen, pumpen sie sich weder auf, noch gehen sie auf Distanz: Sie lassen sich weit genug ein, um die Energien des Materials zu spüren, aber sie eignen sich die Szenen nicht an. Kein (Anti-)Identifikationspathos. 

Pathos gibt es bei Vandevelde trotzdem. Kaum jemand aus der jüngeren, diskursaffinen ...

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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 176
von Astrid Kaminski

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