Foto: Annemone Taake
Heidelberg
Wieder am 26. März 2017
Schon das Vorspiel hat es in sich. Während sich die Theaterbesucher noch geistig auf die Vorstellung vorbereiten, erscheinen bereits die ersten Tänzer im Foyer und winden sich durch die Zuschauerreihen. Mittendrin auf einem Podest: Emma Välimäki in einem Kleid aus schwarzen Plastikschuppen. Als «Waterfall Lady» macht sie nicht einfach allen Anwesenden schöne Augen, sondern öffnet immer wieder verführerisch ihre Hände gleich einer Muschel – auf dass man nach der Perle greift, die eigentlich ein Bonbon ist.
So kommt das Publikum auf den Geschmack, und bevor es noch das Schächtelchen öffnet, das jedermann beim Betreten des Theaters erhalten hat, fühlt es sich einbezogen in ein Gesamtkunstwerk, das tatsächlich einmal diese Bezeichnung verdient. «Khôra» nennt Nanine Linning ihr neues Tanztheater-Projekt: einen Begriff aus der Naturphilosophie Platons aufgreifend, der einen ideellen Raum meint, einen Ort des Werdens, dem die Heidelberger Choreografin eine besondere, eine synästhetische Bedeutung verleiht. Denn alle Sinne sollen angesprochen werden an diesem Abend, der im Foyer beginnt und für die meisten auf der Bühne endet.
Nanine Linning hat sich aus diesem Grund von ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 44
von Hartmut Regitz
Deutschland
On tour
Danza Contemporánea de Cuba gastiert u. a. mit «Reversible» von Annabelle López Ochoa, «Tangos Cubanos» von Billy Cowie und «Matria Etnocentra» von Georges Céspedes: Fürth, Stadttheater, 29. Nov. – 3. Dez.; Fulda, Schlosstheater, 6. Dez.; Friedrichshafen, Graf-Zeppelin-Haus, 9. Dez.: Schweinfurt, Theater, 15., 16. Dez.
Das Bolschoi...
So möchte man Tanz jetzt immer untermalt haben: mit individuellem Kopfhörer auf den Ohren, der die eigene Geräuschhaftigkeit, vor allem aber die der lästigen Mit-Theaterbesucher ausblendet – titelgemäß: «Nur Ich!» Ein überwältigendes Sounderlebnis von Jörg Ritzenhoff, seit Jahren Hauskomponist der Bonner Kompanie CocoonDance. Über Kopfhörer dringt zunächst...
Das Saisoneröffnungs-Programm des Ballet Vlaanderen kombiniert unter dem Titel «West» zwei Meisterstücke postmoderner Amerikaner: Merce Cunninghams «Pond Way» und William Forsythes «Approximate Sonata 2016» – ergänzt durch das Mittelstück «Shahrazad», die jüngste Arbeit des tunesisch-amerikanischen Choreografen Jonah Bokaer. Seinen großen Vorgängern kann...
