hans van manen
Hans van Manen,
das Amsterdamer Het Nationale Ballet gastiert mit einer Hans-van-Manen-Gala im Festspielhaus Baden-Baden. Das ist doch kein Zufall. Die Gala ist von langer Hand geplant – nicht von mir, sondern eben von Het Nationale Ballet. Dass sie auch in Baden-Baden zu sehen ist, finde ich schön, steht doch der Ort auch für eine eindrucksvolle Tanztradition. Mich dort ein paar Tage vor meinem Achtzigsten so gewürdigt zu wissen, empfinde ich als große Ehre.
Sie sind in der deutschen Kultur, überhaupt in Deutschland verwurzelt.
Sie haben eine deutsche Mutter, Deutsch ist Ihre Muttersprache. Muttersprache: ja und nein. Obwohl meine Mutter aus Ronsdorf stammt, einem Stadtteil von Wuppertal-Barmen, hat sie kaum mit uns deutsch gesprochen. Sie kam schon mit zwanzig nach Holland, wo sie als Sekretärin und Stenotypistin arbeitete. Waren allerdings ihre drei Freundinnen zu Besuch, ging es hoch her in unserem Haus, und da schnappte ich das eine oder andere deutsche Wort auf. Wann und wie ich Deutsch gelernt habe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich habe ich ganz automatisch die Sprache aufgenommen, wenn ich als Kind bei meinen Großeltern in Deutschland die Ferien verbrachte.
Ihren holländischen ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: menschen, Seite 20
von Hartmut Regitz
Sprichwörter aus anderen Kulturen können manchmal recht befremdlich wirken. So titelt Christian Rizzo lieber gleich auf Türkisch: «Sakinan Göze Çöp Batar».
Woran würden wir auch denken, wenn es auf Deutsch hieße: «Das Auge, das du schützen willst, wird durchbohrt werden»? Klingt wahlweise nach Altem Testament oder PKK. Dabei lautet die Botschaft: «Klammere dich...
H inter dem lateinischen Namen Bombyx Mori verbirgt sich der Seidenspinner, ein nützliches Insekt, das Inbal Pinto und Avshalom Pollak als Vorbild für ihre feinmaschige, stilistisch glänzende und leicht surrealistisch gefärbte Arbeit verwenden. Systematisch nimmt «Bombyx Mori» den Faden ihrer früheren Arbeiten auf und verwebt die Szenen mit dem Sekret einer...
Die Dunkelheit scheint zu atmen. Aus ihr erhebt sich, kaum sichtbar, ein Lichtschein. Schmutziges Violett. Die Kraft, die es kostet, das überhaupt wahrzunehmen, wird mit immer mehr Sichtbarkeit belohnt. Das diffuse Licht pulsiert im Rhythmus der Musik, bringt den Raum in Bewegung, als sei er ein eigener Organismus, vielleicht krank, vielleicht gefährlich. Nur...
