wien: jefta van dinther «grind»

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Die Dunkelheit scheint zu atmen. Aus ihr erhebt sich, kaum sichtbar, ein Lichtschein. Schmutziges Violett. Die Kraft, die es kostet, das überhaupt wahrzunehmen, wird mit immer mehr Sichtbarkeit belohnt. Das diffuse Licht pulsiert im Rhythmus der Musik, bringt den Raum in Bewegung, als sei er ein eigener Organismus, vielleicht krank, vielleicht gefährlich. Nur langsam gibt er den Blick frei auf eine Bewegung. Nicht auszumachen, ob es ein Schatten oder ein Körper ist, der sich da aufbäumt.

Es ist ein Kampf.

Wie Tintoretto den Erzengel Michael gegen den Satan kämpfen lässt, wie auf unzähligen Gemälden der Heilige Georg mit zielgerichteter Kraft auf den Drachen einsticht, erscheint hier Jefta van Dinther, der tanzende Solist, im Kampf mit einem Schatten, einer Puppe oder einem realen Gegenüber. Die zunehmende Helligkeit lässt erst spät einen Blick ins Gesicht des Kämpfers zu, in seine stieren Augen, die Angst machen könnten, wären sie nicht so weit entfernt. Es scheint ein Kampf mit dem eigenen Dämon zu sein.

Mit genau kalkulierten Bildwucherungen wie aus der Barockmalerei spielen Jefta van Dinther, Minna Tiikkainen und David Kiers in ihrem Trio «Grind», gesehen im Berliner Theater ...

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Tanz Juli 2012
Rubrik: highlights, Seite 46
von Elisabeth Nehring

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