greifswald/stralsund: ralf dörnen «111 m2 tanz»
Vieles hat sich verändert. 1998, es handelte sich dabei um eine durchaus sehenswerte Aufführung des Balletts «Das Lied von der Erde», verirrten sich gerade mal elf zahlende Besucher in die Vorstellung. Ein gutes Jahrzehnt später ist die Premiere ausverkauft. Das Theater Stralsund selbst, seinerzeit eher eine Abbruchbude, erstrahlt seit der Rekonstruktion wieder in alter Pracht. Ja, auch die Logenplätze im ersten Rang sind wieder da, die sogenannten «Schwalbennester», die dem Jugendstilgebäude ein ganz spezielles Gepräge geben.
Allein, die Produktionsbedingungen am benachbarten Theater Greifswald, inzwischen mit Stralsund und Putbus zum Theater Vorpommern vereint, haben sich nicht verändert. Noch immer misst der Ballettsaal jene ominösen 111 Quadratmeter, auf denen einst eine so fragile Caspar-David-Friedrich-Fantasie wie «Ich spinne mich in meiner Puppe ein», Erfolgsformat auf der EXPO 2000, ihre feinste Form gefunden hat.
«111 m2 Tanz» nennt Ralf Dörnen nicht ganz unironisch seinen neuesten Ballettabend, der «Rückschau» sein will samt «Ausblick». Klaus Hellenstein hat ihm dafür einen Ballettsaal nachgebaut, neonbeleuchtet und szenenweise bespiegelt, der nur bedingt die Enge ahnen ...
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Tanz März 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 44
von Hartmut Regitz
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