Gonzalo Galguera: «Manon Lescaut»
Er habe Hochachtung vor Kenneth MacMillans Klassiker, glaube aber, dass heute andere Formen der tänzerischen Darstellung möglich seien. Sagt Gonzalo Galguera und verwendet in Magdeburg pikanterweise genau jenes Arrangement verschiedener Musiken von Jules Massenet aus Opern, Oratorien, Orchestersuiten, das Leighton Lucas 1974 für MacMillans Londoner Uraufführung schuf. Diese Umstellungen passen sehr genau zu Galgueras Erzählversion, die sich enger an die literarische Vorlage des Abbé Prévost hält als MacMillan.
Die Magdeburger Lesart übernimmt Prévosts Idee eines Rückblicks des alten Des Grieux auf sein Leben. Wärter schleppen den Kranken heran. Vor bröckeligen Fassaden mit Feuerleitern und Werbeflächen einer amerikanischen Großstadt begegnet er einem Jugendfreund und erzählt ihm von der großen Liebe seines Lebens. Er trifft Manon, als sie in Paris ankommt und erneut in einem Spielcasino der Golden Twenties. Dort zieht der Zuhälter und Ganove Lescaut die Fäden und verkuppelt seine Schwester Manon meistbietend. Des Grieux erträgt nur in naiv-unbedingtem Empfinden die Amouren seiner luxussüchtigen Geliebten, flüchtet in ein Priesterseminar, verfällt Manon abermals. Bis dahin ist er ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie haben eben Ihre Choreografie «Shock» gezeigt, in der Sie auch tanzen, gelten aber für viele Kompanien wie die von Sasha Waltz, Wim Vandekeybus und Anne Teresa De Keersmaeker vor allem als hervorragender Pädagoge. Das ist so eine europäische Art, Funktionen zu trennen, aber in jedem Tänzer steckt ein Choreograf,...
Zwei Kompanien sind heute auf Tour, von denen man weiß, dass es sie sehr bald nicht mehr geben wird: Die Merce Cunningham Dance Company, die nur noch zwei Jahre lang das Erbe ihres Namensgebers weiterträgt. Und Pina Bauschs Wuppertaler Tanztheater, das im August eine Stiftung erhielt, um ihr Erbe in ein Archiv zur wissenschaftlichen Erforschung des Tanztheaters...
Aktenberge. Allein die Abschriften seiner Telefongespräche füllen vier schwere Ordner. «Telefongespräche der banalsten Art», erinnert sich Claus Schulz, der mehr und mehr den Eindruck gewinnt, als ob die Informanten der Staatssicherheit (Stasi) um jeden Preis Material geliefert hätten – und sei’s nur Lug und Trug gewesen. «In meinen Akten stehen Sachen drin, die...
