Genie und Glücksfall
Ein Lokal am Berliner Schlachtensee, morgens um zehn Uhr ist Sam Riley hier allein auf weiter Flur – und schon am Outfit erkennbar: Über der schwarzen Hose leuchtet dezent ein zart roséfarbenes Hemd. Nicht so knallig wie der Anzug, den er als John Cranko auf der Reise in den Tod trägt. Riley ist ein Glücksfall für die Rolle, verwandelt sich mit Haut und Haar in den Choreografen. Der britische Schauspieler hat eine gut bestückte Filmographie im Portfolio, seit ihm 2006 mit «Control» der Durchbruch gelang.
In Leeds geboren, drehte der Wahlberliner mit Weltstars wie Helen Mirren oder Angelina Jolie, auch Ausgefallenes wie den Alpen-Thriller «Das finstere Tal». Mit Cranko hat ihn zunächst wohl nur eines verbunden: der Griff zur Zigarette.
Sam Riley, ist Ihnen John Cranko schon mal begegnet, bevor Joachim Lang mit dem Filmprojekt aufgetaucht ist?
Nein. Ich wusste absolut nichts übers Ballett, also auch nicht über John Cranko. Bis ich das Drehbuch bekam, dachte ich – das wird ein Actionfilm. Ich fand, der Name klang danach …
… und dann kam da eine Art Künstlerbiografie. Wie haben Sie sich vorbereitet auf diese Expedition ins Unbekannte?
Die damalige Dramaturgin des Stuttgarter ...
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Tanz Oktober 2024
Rubrik: Ballett im Kino, Seite 56
von Dorion Weickmann
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