Musenkuss
Elisa Badenes, Sie sind Erste Solistin des Stuttgarter Ballett – wann haben sie zum ersten Mal davon gehört, dass Sie in einem Film mitspielen werden?
Das ist sehr lange her, wir hatten ein Treffen mit dem Regisseur Joachim Lang. Wir dachten, wir drehen ein paar Ballettszenen oder machen eine Dokumentation, das kannten wir schon. Aber ein Film, ein echter Spielfilm? Ich dachte, ich werde auf den Arm genommen! Der Schock kam, als ich das Drehbuch las und sah, wie viel Text Marcia hat! Aber wir bekamen Schauspielunterricht.
Obwohl wir Tänzer in Stuttgart auch zu sehr guten Darstellern ausgebildet werden. Die Schauspiellehrer erwarteten, dass wir uns wie Ballerinen benehmen, mit viel Pathos und Grandezza.
Die waren überrascht?
Jedenfalls haben sie gestaunt, dass wir das Spielen bereits in der DNA haben. Die Darsteller hatten anfangs große Angst vor uns. Die hätte ich auch! Denn Schauspieler müssen durch Auditions – und sollen plötzlich ein paar Tänzern vertrauen, von denen sie überhaupt nichts wissen?
Was wussten Sie über John Cranko – jenseits seiner Werke?
Ich bin sehr jung hierhergekommen und bekam durch das Einstudieren der Stücke eine Ahnung davon, wie er mit seinen Tänzern ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2024
Rubrik: Ballett im Kino, Seite 60
von Angela Reinhardt
Konstant neu
PALUCCA HOCHSCHULE
Mit ihrer neuen Rektorin sorgt die Dresdner Palucca Hochschule für Tanz für Kontinuität: Prof. Katharina Christl ist seit vielen Jahren in der Institution eine feste Größe. Tatsächlich war Christl Teil der letzten Klasse, die noch unter der Ägide der Gründerin Gret Palucca ihre Ausbildung begonnen hat. Seit 2015 leitet sie den...
CD des Monats
DON QUIXOTE
Er war der einzige Katalane unter Arnold Schönbergs Schülern, aber erst am Ende seines Lebens komponierte Roberto Gerhard so streng seriell wie sein Lehrer. Dazwischen, und das sind immerhin zwanzig Jahre, beschwor er sein Spanien eher à la de Falla, als könnte er in der Fremde seinem Leben zumindest musikalisch einen heimatlichen Boden...
«Only a broken voice can fix a broken world», schreibt Sorour Darabi in seinem Gedicht «Night». In «seinem» Gedicht? Gendertechnisch ist das Maskulinum hier im Grunde nicht darstellbar. Das Femininum aber erst recht nicht. Was bleibt da übrig? Selbst ein Mischpronomen wie «sier» greift zu kurz, denn da sind ja immer noch starre Begriffe von weiblich und männlich im...
