Fleischlos Glücklich
Alles begann mit einem Aha-Erlebnis auf der Wohnzimmercouch – mit einem déclic, wie Sylvie Guillem es auf Französisch ausdrückt: «Ich saß zu Hause vor dem Fernseher, und plötzlich machte es klick. Es lief eine Doku über Paul Watson und die freiwilligen Mitarbeiter der von ihm ins Leben gerufenen Sea Shepherd Conservation Society, die sich gegen die Ausbeutung der Meere und ihrer Lebewesen engagiert. Umweltschutz hat mich schon immer interessiert, und seit geraumer Zeit verfolge ich Berichte über die ungerechte weltweite Verteilung nutzbaren Süßwassers.
Wussten Sie zum Beispiel, dass uns schon im Jahr 2050 absolute Wasserknappheit droht? Man muss sich das mal klarmachen – 2050, das ist sozusagen morgen!»
Bis vor einem Jahr war Sylvie Guillem eine der berühmtesten Ballerinen der Welt – und die vielleicht eigenwilligste überhaupt. Dann nahm sie, im Alter von 50 Jahren, Abschied von der Bühne, um sich hauptsächlich für den Umweltschutz zu engagieren. Die Leidenschaft, mit der Sylvie Guillem ihre neue Mission verfolgt, hat auch ihren Tanz stets gekennzeichnet. Ihre Stimme hebt sich nachdrücklich, wenn sie – in fließendem Italienisch – Zahlen und Fakten zitiert, die unser rasantes ...
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Tanz März 2017
Rubrik: Serie: Ernährung, Seite 66
von Silvia Poletti
Zwei Herren kreiseln mit ihren Schultern. Die eng am Körper geführten Arme sehen aus, als drehten sie am Rad, als kurbelten sie eine Spieluhr an, als bewegten sie jenes suboptimale Hamsterrad, das man Leben nennt und von dem keiner weiß, ob es einem selber gehört oder einem ganz besonderen Treibstoff gehorcht: der Angst. Wie tief diese Angst sitzt, darauf zeigt der...
Eine Tänzerin unter einer Glühbirne in einem dunklen, kleinen Raum: Trotz der Begrenzung tanzt sie in schönen großen Bewegungen – mal angezogen vom Licht, dann im Widerstreit mit ihm. Ihre Bögen werden zunehmend fahriger, die Pirouetten schneller, Gesten verlangsamen sich, enden in minimalen Bewegungen. Manchmal versiegen die Impulse, dann beginnen sie wieder ganz...
Ausstellung
Depot Erbe
Wer bestimmt, was bleibt? Welche Choreografien werden in die Zukunft
weitergereicht, welche nicht? Wer sortiert, was künftig zu sehen sein wird und was nicht? Was leicht ersetzbar wäre, kann auf jeden Fall schon mal weg. Oder nicht? Auf dem Bühnenboden zur Choreografie «9000 Steps» von Joanne Leighton (Foto) wurden 2016 zwei Tonnen Salz...
