feuer bewahren

Annette von Wangenheims Filmporträt des Choreografen Martin Schläpfer bleibt äußerst diskret und schön auf Abstand

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Großaufnahme: Zwei stramme Männerwaden in einer nebelverhangenen Berglandschaft. Dazu der Sound: ein starkes, gleichmäßiges Schnaufen. Stapft hier ein Riese durch sein Fantasy-Reich? So poetisch-schrullig beginnt «Feuer bewahren – nicht Asche anbeten», Annette von Wangenheims Biopic über Martin Schläpfer, den derzeitigen Topstar unter Deutschlands Ballettchoreografen.

Der Künstler kraxelt in unwegsame Höhen. Der Künstler strengt sich mächtig an.

Und: Der Künstler bewegt sich nicht in seinem abgehobenen Kunstkosmos, sondern durch die schön-schroffe Natur der Schweizer Berge, wo er auf rund 1000 Metern Höhe eine Steinhütte hat. Sein einsames Refugium, Rückzugsort von der Kollektivkunst Tanz. Manchmal treffe er auf seiner Alm eine Woche lang keinen Menschen, sagt Schläpfer, der in Off-Kommentaren ausführlich Einblick in sein Denken und Fühlen gibt – ballett-philosophische Tiefenbohrungen. Ganz monogam kreist alles um ihn in diesem Filmporträt. Es gibt keinen Erzähler, nur gelegentlich kommen Kollegen zu Wort: Hier ein witziges Aperçu seines väterlichen Choreografen-Freundes Hans van Manen, da ein «verbaler Musenkuss» seiner Tänzerin Marlúcia do Amaral, die als Einzige der Kompanie ...

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Tanz Januar 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Nicole Strecker

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