Ada
Verführerisch leicht, so sieht das Spiel aus, zu dem ADA einlädt. Mit den Fingerspitzen scheint es möglich, diesen mit Helium gefüllten Ballon zu bewegen. Wer nach den Kohlestiften greift, die wie Stacheln aus seiner transparenten Haut herausstehen, bekommt schwarze Hände. ADA leistet wenig Widerstand, schwebt hierhin, schwebt dorthin, hüpft hoch, senkt sich herab, ein sanfter Tanzpartner.
Dicht und komplex aber sind die Spuren, die das Spiel hinterlässt.
Denn Widerstand leisten die Wände, der Boden, auf den der Ballon aufkommt und von dem er sich wieder abstößt, schließlich die Decke des Raums, in dem die Skulptur von Karina Smigla-Bobinski ihren Auftritt hat. Ein Punkt, den der Kohlestift hinterlässt, hier und dort zuerst, ein Kringel, eine Linie, manchmal ein von einem Besucher kraftvoll gesteuerter Kreis, dann wieder nur ein Wischer, der dem Lufthauch, dem Zufall geschuldet scheint: All das überlagert sich im Lauf der Zeit an Wänden, Decke und auf dem Boden und wird zu einem Protokoll der Bewegungen.
So machen der Raum und der Ballon, die Begrenzung und das frei Bewegliche zusammen diese Installation aus. Hinzu kommt die Zeit, die Dauer des Auftritts, mit der Smigla-Bobinskis ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Ideen, Seite 64
von Katrin Bettina Müller
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