Faust

Anne Imhof bei der «Biennale di Venezia»

Tanz - Logo

Der Rollback in die 1960er-Jahre, als die Performancekunst Museen und Galerien eroberte, ist inzwischen in vollem Gang, auch auf der ältesten Kunstaustellung Europas, der «Biennale di Venezia». Und das, obwohl es eine gesonderte Sektion, die «Biennale di Danza», gibt – in diesem Jahr geleitet von Marie Chouinard und wieder ohne eine einzige Uraufführung.

2005 ließ Tino Sehgal im deutschen Pavillon seine Performer herumhüpfen und dabei den lahmen Dauerslogan «This is so contemporary» ausrufen; in diesem Jahr schreiten unter der Leitung des Brasilianers Ernesto Neto Mitglieder des Huni-Kuin-Stammes in einer exotischen und exotistisch konsumierten Zeremonie durch die Giardini, den zentralen Schauplatz der Biennale. Die türkische Künstlerin Nevin Aladag will mit sieben Tänzerinnen in High Heels auf Geschlechterklischees aufmerksam machen. Die 1920 geborene amerikanische Choreografin Anna Halprin ist mit einer kleinen Dokumentation und einem öffentlichen Ritual vertreten, ihre etwas jüngere Landsmännin Carolee Schneemann wird von Venedigs Kunstzirkus für ihr feministisch-aktionistisches Lebenswerk geehrt.

Zwischen emotionaler Passivität und physischer Energie

Doch niemand, wirklich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2017
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Elisabeth Nehring

Weitere Beiträge
Vorschau

Gesellschaftstanz

Wirtschaftsimperien, Monarchien und Clans wie die Kennedys vertreten das dynastische Prinzip: Einer hat irgendwann etwas angefangen, die nächsten Generationen stapfen begeistert hinterher. So verhält es sich auch mit vielen Tanzschulen in Familienhand, die mit der Zeit zur lokalen, gar regionalen­ ­Instanz geworden sind. Wir stellen ein Beispiel...

Soirée Chouinard Horecna

Zwei Künstlerinnen, zwei Generationen, zwei Kontinente: Aus Kanada kommt die Meisterin, die Form und Sinnlichkeit beherrscht, aus der Slowakei die Ballett-Theatralikerin, die ins weite Feld der Emotionen eintaucht. Jean-Christophe Maillot, Chef der Ballets de Monte Carlo, hat beide Choreografinnen eingeladen, weil ihre Freude, wie er in einem Zeitungsinterview...

Berlin: Sasha Waltz «Kreatur» on tour

In manchen Szenen von Sasha Waltz‘ «Kreatur» fühlt man sich an ihr bahnbrechendes «Körper» (2000) erinnert. Die Leiber der Tänzer werden wiederholt von Folie optisch verzerrt und lassen an anatomische Präparate denken. Wenn sie nur mit hautfarbenen Slips bekleidet sind, muten die Körper ganz zart und verletzlich an. Umhüllt von einer filigranen Drahtwolke, trippeln...