La Fiesta

Weder Fest noch hochgestimmte Feier des Flamenco: Israel Galváns neues Stück ist ein seltsames Nebeneinander von Tanz, Gesang und Musik

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Flamenco ist eine traditionelle Kunstform. Je stärker eine Tradition ist, umso mehr Tabus gibt es. Der Flamenco-Avantgardist Israel Galván musste auf seinem Weg entsprechend viele Tabus brechen. Eines nach dem anderen. Heute wird er in einem Atemzug mit den großen Tänzern und Choreografen der Tanzgeschichte genannt. Er beschäftigt Tanzwissenschaftler, Philosophen, Schriftsteller, Filmemacher, Doktoranden. Er wird zu den bedeutendsten Tanzfestivals der Welt eingeladen.

«Ya no es cuestión de gustos» – die Frage, ob sein Stil gefällt oder nicht, ist kein Thema mehr, seit er sich als Neuerer einen Namen gemacht hat. Bei «Tábula rasa» (2009) trennte er Musik, Stimme und Bewegung. Bereits mit «Solo» (2007) erwies er sich als ausgesprochen radikal: Auf der Tanzfläche ein Stuhl, ein großes Tamburin, eine Metallplatte, ein Viereck mit Sand und eines, das mit Mehl und Babypuder gefüllt ist – und dann gibt es da 40 Minuten lang einzig und allein ihn, Israel Galván.

Sprung ins Nichts

Bereits mit seinem ersten eigenen Stück «¡Mira! Los zapatos rojos» (in Anlehnung an Hans Christian Andersens Märchen «Die roten Schuhe») erschütterte der damals 25-Jährige 1998 die Flamenencowelt. Indem er die ...

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Tanz Juli 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 19
von Susanne Zellinger

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