Eva Cerná

gestorben

Tanz - Logo

Sie lächelt. Evas Lächeln ist unnachahmlich, so groß, ihre Verbindung zur Welt, eine Linie im Bogen, und ein Blick, der immer auch ein bisschen für sich behält. Doch ihr Tanz führt diese Linie fort, ihre Arme greifen in den Raum, die Schwünge, der gestreckte Körper. Eine seidenfeine Zähigkeit, mit der sich der Mensch gegen Bodenschwere und Luftleichtigkeit behauptet. Evas Lächeln kennt die Überwindung, vielleicht leuchtet sie deshalb.

So hat sich die Jugendliche das Tanzen erkämpft und so sagte die Erwachsene, als vor einigen Jahren das Thema Umschulung anstand: «Ich will aber tanzen.» Tat es und lernte Fotografieren.
Ihre Heimat ist Prag, wo sie 1962 geboren wurde. Sie war bei Laterna Magica engagiert, nach der Wende holte Landsmann Pavel Mikulástik sie und ihren Lebens- und Tanzpartner Karel Vanek nach Freiburg zu seinem Choreographischen Theater. Sie zogen mit ihm um nach Bonn. Das Paar machte dort weiterhin und dann auch regelmäßig eigene Stücke, mit denen es oft in Prag gastierte. Ich mochte die Melancholie und die surreale Farbe in ihren Arbeiten, den leisen Humor; sie waren sanft zu ihrem Publikum, nie cool von oben he-rab. Eva schrieb ein Gedicht über eine Rasierklinge; ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2008
Rubrik: Celebrities, Seite 63
von Melanie Suchy

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mette Ingvartsen, Jefta van Dinther «It’s in the Air»

Das ist vertraut: Harter unbeweglicher Boden, darauf ein vergleichsweise weicher beweglicher Tänzerkörper, der seine kostbare Biegsamkeit gern auch mal auf den widerständigen Untergrund krachen lässt. Aber keinesfalls hopst der zeitgenössische Künstler-Leib. Gehüpft wird nicht mehr, höchstens mal «drübergehüpft», wenn ein Tisch oder sonstiger Zivilisationskram...

Dance for all

Südafrika. Wellblechhütten, Townships. Das sind Millionenstädte, die in der Apartheid wuchsen. Ausufernde Arbeitermetropolen, endlose Landschaften aus Hütten und Märkten, verbunden mit Eisenbahnlinien und Highways, um Arbeitskraft in Minen und Fabriken zu transportieren. Bis das Fass überlief, und das Geld nach dem Ende der Apartheid aus dem Land floh. Hector...

John Neumeier

Matthäus-Passion

«Für mich war es sehr interessant, die Entwicklung von Lloyd Riggins in der Christus-Rolle zu verfolgen. Lloyd ist ein subtiler Tänzer und Schauspieler und würde nie etwas vormachen, was er nicht empfin-det. In den letzten Jahren hat er den Christus öfter verkörpert. Durch die Erfahrungen mit der Rolle fand er zur menschlichen Seite der Figur....