Esprit und Eleganz

Als Tänzer war Laurent Hilaire ein Weltstar, gehörte zur goldenen «Generation Nurejew» in Paris. Dann wagte er den Sprung als Ballettdirektor nach Russland, nun leitet er das Bayerische Staatsballett

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Stars wie ihn gibt es heute einfach nicht mehr: Laurent Hilaire kreierte Hauptrollen in Rudolf Nurejews «Bayadère», in William Forsythes Dauerbrenner «In the Middle, Somewhat Elevated» oder auch den berühmten Kuss, der in Angelin Preljocajs «Le Parc» vom Boden abhebt. 22 Jahre lang war er Étoile an der Pariser Oper, ein eleganter, wunderschöner Tänzer mit erhabenen Sprüngen, ein Interpret von müheloser, klarer Autorität im Klassischen und im Zeitgenössischen.

Rudolf Nurejew prägte seine Karriere, die langjährige Direktorin Brigitte Lefèvre hatte ihn zu ihrem Nachfolger aufgebaut. Als der Job 2014 an Benjamin Millepied ging, kündigte Hilaire als Ballettmeister in Paris und nahm Ende 2016 die Ballettdirektion des Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheaters in Moskau an. Dort mischte er das traditionelle Repertoire kräftig auf und nutzte mit seiner etwas kleineren Kompanie die Nische zwischen den Platzhirschen Bolschoi und Mariinsky, um das russische Ballettpublikum mit all dem zu konfrontieren, was im modernen Ballett Rang und Namen hat. In den fünf Jahren seines Wirkens holte Hilaire Werke von Paul Taylor, Alexander Ekman, Ohad Naharin, Jiří Kylián, William Forsythe, ...

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Tanz August/September 2022
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Angela Reinhardt

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