Einzigartig

Sie fällt auf, weil sie grandios tanzt. Mit Armprothese. Übers Anderssein spricht Annie Hanauer mit Wiebke Roloff-Halsey

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Als wir uns zum ersten Mal treffen, per Video, sitzt Annie Hanauer in ihrer Londoner Wohnung in Selbstisolation. Sie hat einen langen Aufenthalt auf dem Kontinent hinter sich, konnte wegen der britischen Quarantänepflicht nicht wie gewohnt zwischendurch nach Hause. Eine der Produktionen, «Variation(s)» von Rachid Ouramdane, hat Hanauer kürzlich zurückversetzt in die Vergangenheit. In die Kleinstadt im US-amerikanischen Norden. Zu ihren ersten Tanzschritten. Denn in Frankreich stand sie mit Steppvirtuose Ruben Sanchez auf der Bühne, und daheim gehörte Stepptanz zum Basisrepertoire.

«Wie habe ich das damals geliebt!», lacht sie. «Hatte ich fast vergessen.» Die Twin Cities Minneapolis-Saint Paul waren nur eine Autostunde entfernt, sodass Ballett-Aufführungen und Broadway-Tourneen in Reichweite waren. «Zeitgenössischen Tanz habe ich erst an der Uni kennengelernt», erzählt die 35-Jährige. Man hört ihr gern zu, sie hat eine schöne, überraschend tiefe Stimme.

Am Ende ihrer High School-Zeit schwankte sie zwischen Tanz und Schreiben. Eigentlich war sie sich sicher, in der körpernormierten Tanzszene mit ihrer Armprothese niemals Geld verdienen zu können. Sie bewarb sich trotzdem. Und war ...

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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Unterwegs, Seite 44
von Wiebke Roloff-Halsey

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