Lea Moro

Wir haben Tanzkünstler und -künstlerinnen gefragt: «Was war produktiv? Was nehmen Sie mit? Was erwarten Sie für die nähere Zukunft?»

Tanz - Logo

Ich erinnere mich an Januar 2020. Ich lag in einem Hotelbett und las die Nachrichten über ein Virus.

Ich erinnere mich an März 2020. Es war die vierte Probewoche von «All Our Eyes Believe», meinem ersten Stück für junges Publikum, und mir wurde bewusst, dass nichts mehr wie davor, nichts wie geplant sein würde. Im Wissen, dass so manches anders als intendiert kommt in künstlerischen Prozessen, erschien es mir dennoch so, als löse sich in dieser einen Woche und in dem Tag danach alles auf.

Morgens spazierte ich meist am Kanal entlang und durch die Straßen, es gab kein (körperliches) Entkommen.

Ich erinnere mich an die darauffolgenden Wochen, in denen sich die Realität ins Virtuelle verlagerte. Talks, Zooms und wieder Zoom-Talks. Zu Hause zu arbeiten, war für mich nichts Neues, das kannte ich schon. Die vollen Tage vor dem Bildschirm und die sich wiederholenden Gespräche des nichtwissenden Umorganisierens waren jedoch ermüdend.

Und dann gab es viele unerwartete Momente des Austauschs, des Teilens und Miteinanderseins. Ich freute mich über ihre Existenz und das Gefühl von Fürsorge, über übermütiges und ermutigendes virtuelles Zusammensein. Im Herbst 2020 begann ich mit dem Aufbau der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 38
von

Weitere Beiträge
Konfliktlinien

Wir wollen mit Ihnen über Identitätspolitik, Integration und Rassismus sprechen, die in der Mitte der Mehrheitsgesellschaft, auch der weißen Mehrheitsgesellschaft angekommen sind als Debatte und Diskussion – auch im Theater. Sie kennen das Problemfeld aus den verschiedensten Perspektiven: Sie sind Soziologe, haben als Lehrer gearbeitet, waren im...

Queer

Da sage noch einer, in Frankreich hätten sie keinen Sinn mehr für Romantik. Dabei macht die von Charles Garnier erbaute, 1875 eröffnete Opéra, Hort von «Schwanensee», «Giselle» und «Phantom»-Fantasien, Furore im queeren Pop-Geschäft. Und das kam so: Erst gab es die Musik, aufgehängt am Liebesdrama Dante Alighieris mit seiner Beatrice, dann trat ein Filmregisseur...

Emily Molnar

Wir haben uns in der vergangenen Spielzeit gefragt: Was können wir jetzt tun, das wir normalerweise nicht tun könnten? Also ergriffen wir die Gelegenheit, nahmen uns Zeit, dachten nach, stellten Fragen und entwickelten Tools, die uns anspornten, außerhalb unserer angestammten Domäne zu denken. Unsere Prioritäten dabei waren Forschung und Entwicklung neuer Ideen. So...