Dustin Klein
Ich finde es erstaunlich, wie viel Kreativität die Pandemie mit ihren Lockdowns, Einschränkungen und Auflagen aus allen Menschen herausgelockt hat. So viele neue Blickwinkel, Methoden und Herangehensweisen, neue Zusammenschlüsse, Gruppierungen und Freundschaften. Abgesehen von der Spur der Zerstörung, die die Pandemie auch hinterlassen hat, ist sehr viel Neues, Wunderbares und Produktives in dieser Zeit entstanden, das ohne eine solche Krise nie oder nur sehr langsam entstanden wäre.
Ich selbst habe den wohl größten Schritt meiner bisherigen Tanzkarriere gewagt, denn ich habe meine Festanstellung am Bayerischen Staatsballett im April 2021 – erhobenen Hauptes und nach 16 tollen Karrierejahren – beendet, um mich voll und ganz der Choreografie und meinen Stücken zu widmen. In Zeiten der Pandemie birgt dieser Schritt in die Selbstständigkeit selbstverständlich ein hohes Risiko, und ich habe lange und intensiv darüber nachgedacht, doch wie man so schön sagt: «Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.» Und so habe ich gerade erst «Einer flog über das Kuckucksnest» nach der Filmvorlage von Miloš Forman im tschechischen Pilsen auf die Bühne gebracht – wo Miloš geboren wurde, was die Erwartungen ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 41
von
Führen und folgen, das hat er schon als Junge geübt. Er lernte durch den Leistungssport, was Disziplin bedeutet. Und erfuhr am eigenen Leib, dass Stürze manchmal unvermeidlich und bisweilen äußerst schmerzhaft sein können. Der gebürtige Münchner Markus Blume, 46 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder, bewegt sich seit gut dreieinhalb Jahrzehnten auf sehr...
Zunächst fand ich gar nichts produktiv. Corona hat alle unsere «Produkte» an die Wand gefahren. Aber dann wirkte der Stillstand nach innen, ganz langsam. Ich geriet in einen Zustand der Wunschlosigkeit, fast meditativ. Wohin zerren uns unsere Wünsche? Überallhin, nur nicht zu uns selbst. Eine Weile davon erlöst zu sein, hat mir gutgetan – und hat letztendlich eine...
… Eine Arbeit mit Jugendlichen in Düsseldorf, denen ich und meine Kollegin Kamila Kurczewski nie analog begegnet sind.
Produktiv sein müssen und choreografische Gruppenarbeit gewährleisten, um die Lage zu retten? Nein, ich hatte keinen Bock. Ich habe mich eher auf einzelne Proben oder Gespräche konzentriert; erst mal, um einen Raum zu schaffen, in dem jede*r sich...
