Dustin Klein
Ich finde es erstaunlich, wie viel Kreativität die Pandemie mit ihren Lockdowns, Einschränkungen und Auflagen aus allen Menschen herausgelockt hat. So viele neue Blickwinkel, Methoden und Herangehensweisen, neue Zusammenschlüsse, Gruppierungen und Freundschaften. Abgesehen von der Spur der Zerstörung, die die Pandemie auch hinterlassen hat, ist sehr viel Neues, Wunderbares und Produktives in dieser Zeit entstanden, das ohne eine solche Krise nie oder nur sehr langsam entstanden wäre.
Ich selbst habe den wohl größten Schritt meiner bisherigen Tanzkarriere gewagt, denn ich habe meine Festanstellung am Bayerischen Staatsballett im April 2021 – erhobenen Hauptes und nach 16 tollen Karrierejahren – beendet, um mich voll und ganz der Choreografie und meinen Stücken zu widmen. In Zeiten der Pandemie birgt dieser Schritt in die Selbstständigkeit selbstverständlich ein hohes Risiko, und ich habe lange und intensiv darüber nachgedacht, doch wie man so schön sagt: «Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.» Und so habe ich gerade erst «Einer flog über das Kuckucksnest» nach der Filmvorlage von Miloš Forman im tschechischen Pilsen auf die Bühne gebracht – wo Miloš geboren wurde, was die Erwartungen ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 41
von
Da sage noch einer, in Frankreich hätten sie keinen Sinn mehr für Romantik. Dabei macht die von Charles Garnier erbaute, 1875 eröffnete Opéra, Hort von «Schwanensee», «Giselle» und «Phantom»-Fantasien, Furore im queeren Pop-Geschäft. Und das kam so: Erst gab es die Musik, aufgehängt am Liebesdrama Dante Alighieris mit seiner Beatrice, dann trat ein Filmregisseur...
Sieben Männer, alle unter 30. Seit zehn Jahren im Geschäft, Hits in Serie produziert, Preise abgeräumt, unzählige Acts hingelegt. Ein extrem erfolgreiches Geschäftsmodell namens BTS, Genre K-Pop, erzeugt am Casting-Reißbrett. Und dann, am 4. März 2020, startet ein Clip auf YouTube – irgendwann zufällig entdeckt, während der ersten Corona-Belagerung. Die Augen...
Obwohl erzwungen, hat das Homeschooling die Bindung zu meinen Kindern gestärkt. Und als ich trotz zwangsweiser Abschottung in ein Tanzstudio zurückkehren konnte (ganz allein!), hat es sich angefühlt, als würde ich eine faszinierende einsame Insel entdecken. Ich habe die vielen Künstler bewundert, die den Lockdown nutzten, um in ihren Küchen, Fluren, über das...
