Lucia Lacarra, Marlon Dino in «Tschaikowsky»; Foto: Bettina Stöß
Dortmund: Rachmaninow/Tschaikowsky
Am Ende stirbt sie. Nein, er. Beide? Es geht ziemlich romeo-und-julia-mäßig hin und her in Xin Peng Wangs Choreografie zu Tschaikowskys 6. Sinfonie. Deren Berühmtheit liegt bekanntlich auch darin, dass der Komponist kurz nach ihrer Uraufführung unter mysteriösen Umständen verschied – ahnte das Genie den nahenden Schnitter? In die sogenannte «Pathétique» ist unüberhörbar ein Sterben hineinkomponiert, und so verhüllt am Ende wahrhaft «todschicker» Trauerflor von Kostümdesigner Bernd Skodzig das exquisite Dortmunder Ensemble.
Von dem man an diesem Abend ohnehin nicht genug zu sehen kriegt, weil es entweder komplett verkleidet oder nur dekoratives Beiwerk für zwei neue Ruhrpott-Stars ist: Lucia Lacarra und Marlon Dino, Ex-Solisten des Bayerischen Staatsballetts.
Xin Peng Wang ist derzeit offenbar ganz beseelt davon, die beiden Top-Player der Bayern für die Dortmunder verpflichtet zu haben. Schon in seinem letzten großen Handlungsballett «Faust II» durfte das Traumpaar Lacarra-Dino seine kühle Grandezza auf die Bühne zirkeln. Jetzt gehört der «Tschaikowsky»-Teil nahezu ganz dem Titan und der Nymphe. Dabei wäre ihr tragik-durchschauertes Slow-Motion-Ballett völlig anachronistisch, ...
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