Die Rückkehr des Salons
Nord-London, Samstagabend. Ich sitze im Café des TripSpace, ein neuer Ort für zeitgenössische Choreografie und somatische Praxis. Über mir rumpelt die S-Bahn, an der Bar gibt es neben dem obligatorischen Latte und gesund klingenden Teesorten natürlich vegane Snacks. Heute wird die Location für ein paar Stunden von Jonathan Burrows, Matteo Fargion und ihren Gästen zweckentfremdet: Neben der Bar verkleidet ein plüschig roter Samtvorhang die grob belassenen Wände, davor steht ein Biertisch.
Varieté, New Urban Bohème und Café-Atmosphäre bilden das Amalgam für die folgenden Stunden, die ich mit fünfzig weiteren Gäste erleben darf. Ein Salon allerdings für alle. Denn hier wird nicht nach dem Prinzip der Exklusivität früherer literarischer oder politischer Etablissements handverlesen, wer drin ist, sondern, ganz pragmatisch, auf first-come-first-serve-Basis entschieden. Und kein Mitglied der sogenannten höheren Adelsgesellschaft hält Hof, sondern die Künstler selbst, die mangels bespielbaren Raums in diesem Jahr schon ein Bed & Breakfast und ein Yoga-Loft für ihre Interventionen aufgesucht haben.
Burrows zeigt sich als vollendeter Salonier und Gastgeber: Ich lerne Steve ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Warm-up, Seite 1
von Susanne Foellmer
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