New York: On tour
Der Titel ist toll. Varianten eines Massakers. Da stellt man sich gleich den Gipfel alles Verbrecherischen vor. Noch toller ist, dass man nach gefühlt drei Minuten keinen Gedanken mehr an diesen Titel verschwendet. Es gibt kein Massaker. Es gibt zwei Pianos, eines spielt sogar selbstständig. Es treten auf: zwei Pianisten in der Kaserne Basel, in Vorbereitung auf die «Massacre»-Fassung am MoMa in New York, dem Museum, wo sonst Berühmtheiten wie Marina Abramović oder kommenden März Anne Teresa De Keersmaeker ihre Auftritte haben.
Die Basler Choreografin griechischer Herkunft, Alexandra Bachzetsis, gehört nun mit in die Runde und beugt sich brav den Bedingungen der Performance: bloß kein Theater machen. Dafür erhält sie das Loblied des MoMa-Kurators Stuart Comer, der sich einige Mühe gibt, die Choreografin als weibliche Antwort auf Marcel Duchamp, Man Ray oder Hans Bellmer zu bezeichnen. Was noch toller ist als der tolle Titel.
Auftritt der Tänzerinnen: Lenio Kaklea schüttelt ihren Wuschelkopf. Alma Toaspern tanzt mit bebendem Hintern in der Jeans, bald auch mit gespreizten Beinen auf hochhackigen Cowboystiefeln, die mit Paketklebeband zu Objekten geadelt worden sind. ...
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Tanz Januar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 52
von Arnd Wesemann
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