die musik muss dich rufen
Herr Neumeier, auf den ersten Blick könnte man angesichts Ihres Œuvres den Eindruck gewinnen, dass Sie ein Geschichtenerzähler sind, ein Dramaturg, ein Choreograf, den eher ein Plot, eine Figur, ein Mensch inspiriert. Natürlich stimmt das so nicht, wenn man beispielsweise an Ihre lebenslange Beschäftigung mit der Musik Gustav Mahlers denkt. Welche Wichtigkeit hat für Sie die Musik? Ich kann mir kein Ballett vorstellen, das nicht von einem emotionalen Zustand handelt. Das kann zwar die Form einer detaillierten Handlung annehmen, die nacherzählbar ist.
Es kann aber auch eine Handlung sein, die sich nicht nacherzählen lässt und trotzdem eine ist. Eine Traumhandlung etwa, die unterschiedliche Eindrücke verarbeitet, verschiedene Beziehungen erlebt, auch starke Emotionen, ohne dass man deswegen gleich sagen könnte, was genau. Ein Zustand eben ...
… bei dem die Musik eine entscheidende Rolle spielt? So ist es. Dabei muss sie nicht unbedingt am Anfang stehen. Ich kann, wie ich es beispielsweise bei der «Kameliendame» gehandhabt habe, erst ein Libretto schreiben, um anschließend eine Musik zu suchen, die mehr oder weniger zu der Struktur dieses Librettos passt. Das Procedere kann aber auch ...
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Tanz August/September 2013
Rubrik: musik, Seite 74
von Hartmut Regitz
Keine leichte Aufgabe. Schon das Zusammenkommen ist schwierig. Fünf Jahre hat es gedauert, bis ein gemeinsamer Shooting-Termin gefunden ist. Entweder ist Anna Osadcenko auf Tournee, oder sie hat Vorstellungen. Aber auch Elisabeth Miegge-Ridet kann nicht immer. Entdeckt hat die Directrice Artistique von Wear Moi ihr Wunsch-Model im Internet. Ein Foto aus dem...
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alain platel
Einer, ein Einziger, steht ganz allein am Anfang von «C(h)œurs» auf der Bühne. Derweil verschanzt sich die Chor-Hundertschaft, während sie das «Dies irae» aus Giuseppe Verdis «Messa da Requiem» anstimmt, hinter PVC-Bahnen, wie sie sonst von Schlachthaus-Decken hängen. Als Alain Platels choreografierte Belcanto-Rebellion im vergangenen...
Macht es einer, machen es alle anderen auch. Wenn einer einen coolen Move entdeckt, probiert ihn die ganze Gruppe. Hip-Hop ist – wie alle Szenen – eine Kultur des Kopierens und Klauens, während er doch gleichzeitig den Anspruch erhebt, authentisch und «real» zu sein. Bruno Beltrão, Choreograf aus Brasilien, der bevorzugt die Gepflogenheiten seiner eigenen Szene...
