Dandys

Die Sapeurs kontern das kongolesische Elend mit gnadenlosem Stilbewusstsein

Tanz - Logo

Die Demokratische Republik Kongo ist eines jener Länder, die wie von der Geschichte verflucht wirken. Während einer der schlimmsten Episoden des europäischen Kolonialismus bis aufs Blut ausgebeutet, im Kalten Krieg ein Spielball zwischen Ost und West, dann jahrzehntelang unter der nationalistischen Diktatur Mobutu Sese Sekos. Geschichtsdaten: Kongo-Gräuel (Ausplünderung bis 1908), Kongo-Wirren (1960 – 65), erster Kongokrieg (1996 – 97), zweiter Kongokrieg (1998 – 2003), dritter Kongokrieg (2007 – 2009).

Heute ist der kaum handlungsfähige Staat eines der ärmsten Länder weltweit, soziale Sicherungssysteme existieren kaum, die Gesundheitsversorgung ist in einem desolaten Zustand, das politische System durchdrungen von Nepotismus und Korruption.

Ungeachtet des Rohstoffreichtums des riesigen Landes befindet sich nur ein Bruchteil der Bevölkerung in einem festen Arbeitsverhältnis. Allgemein wird die Demokratische Republik Kongo als «gescheiterter Staat» gesehen, vergleichbar mit Somalia, dem Jemen und Haiti. Allerdings: Das sind eher kleinere Staaten, der Kongo ist mit knapp 102 Millionen Einwohner*innen ein weltpolitisches Schwergewicht, der nach Bevölkerungszahl viert-, nach Fläche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2021
Rubrik: Bewegung, Seite 5
von Falk Schreiber

Weitere Beiträge
Termine 2/21

Deutschland

Augsburg
Theater Im Pay-per-View-Verfahren können orts- und zeitunabhängig Aufzeichnungen von Inszenierungen angesehen werden, auch das Ballett «Winterreise» von Ricardo Fernando zu Musik von Franz Schubert (tanz 12/20): www.staatstheater-augsburg.de/mediathek

Berlin
Haus der Berliner Festspiele In «INFINI 1–17» erforscht der belgische Szenograf Jozef...

Eine politische Affäre

Im Sommer 2019 prognostizierte Benjamin Millepied, Ex-Ballettchef der Pariser Oper, in einem Gespräch mit tanz: «Dieses Haus wird eher geschlossen, als einen Veränderungsprozess zu dulden.» (tanz 8-9/19) Ein Urteil aus berufenem Mund. Millepied war schließlich selbst an der Modernisierung der Kompanie – sprich: Diversifizierung, Enthierarchisierung, Öffnung des...

Vorschau 2/21

Kinsun Chan
Die Schweizer begeistern sich hellauf für den Tanz – auch in St. Gallen, wo der neue Spartenleiter für Vielfalt auf der Bühne sorgt. Ein Porträt des Mannes, der bei Heinz Spoerli und Richard Wherlock in die Lehre ging und nun selbst ein angehender Meister ist

Reifefrage
Tanz ist jung, frisch und auf keinen Fall eine Ü-40-Veranstaltung? Das war einmal....