Cyril W. Beaumont

Die Vergangenheit ruft: Neues Buch über Cyril W. Beaumont

Tanz - Logo

Sein Vater war Erfinder. Aus dem kleinen Vermögen erhielt der Sohn einen Buchladen in der Londoner Charing Cross Road. Hier erfand sich Beaumont als Verleger von zeitgenössischen Buchpreziosen. Bis er den Ballets Russes von Diaghilev und den Ballets Suédois von Börlin erlag – der Avantgarde seiner Zeit in den 1920ern. Er kombinierte Alben der von ihm hoch verehrten Diaghilev-Ballerina Lydia Lopokova mit Portraits von Picasso. Kunst, Literatur, Tanz – für den Händler als obsessiven Sammler gehörte noch alles zusammen.

Das Ballett, das damals ausschließlich kommerziell auf nichts anderem als seinem Ruf fußte, hatte noch keine Geschichte, also keine Zukunft. So recherchierte er die erste Bibliografie der Ballettkunst überhaupt – im Jahr 1929. Ballett war da so neu wie Raumfahrt, Raketenforschung und das Fliegen selbst. Halsbrecherisch, reine Physik und ein Abenteuer. Wenn Kathrine Sorley Walker ihre kurze Biografie des großen Verlegers nun im Reprint vorlegt, so, um zu zeigen, was Beaumont antrieb, der Tänzer beschrieb wie Gemälde und Nijinsky in seinem Laden empfing (welcher wortlos aus dem intellektuellen Milieu wieder floh). Von seinem kleinen Bookshop aus war Cyril W. Beaumont ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2007
Rubrik: Celebrities, Seite 23
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Verschlinge mein Herz

In den alten St. Pauli-Elbtunnel in Hamburg passen 1400 Bilder. Sechzehn Bildstrecken sind auf 3700 Quadratmetern Tunnelfläche geplant. Ausgangspunkt sind siebzig großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Fotokünstlers Wiechmann Aiette-Shagal. Zu sehen ist entlang der Tunneldecke ein körperbetont und leidenschaftlich tanzendes Paar. Elf weitere Künstler ergänzen und...

Thomas Marek: "Thomas Marek - About Tap Vol. No. 2"

«Mein Name ist Thomas Marek, und ich bin Stepptänzer» – immer und immer wieder wabert dieser Sprachfetzen aus dem Off durch den Bühnenraum. Sechs Tap Dancer improvisieren im kaltblauen Licht zu Jazz und skurrilen Geräuschen. Eine Leinwand im Bühnenhintergrund blendet Bilder und Kommentare zu den einzelnen Protagonisten wie zufällig in die Szenerie. Wenn sich das...

Was denkt Nanine Linning

Der Mensch sieht am liebsten anderen Menschen zu. Deshalb gibt es für mich nichts Herrlicheres, als kopfüber im Plüsch des Theatersessels zu versinken und zu schauen und zu erfahren.

Doch die architektonische Form des Theaters, wie wir sie seit dem 18. Jahrhundert kennen, gründet sich auf einem absolut idiotischen Konzept. Denn begreift man das Theater als einen...