Cunningham hoch drei
Lineare Progression à la «Anfang – Mitte – Ende» hat ihn nie interessiert. Merce Cunningham machte lieber Tanz, bei dem einem alles auf einmal zu Leibe rückt: Bewegung, Klang und Bühnenbild. Sein bahnbrechender Erfindungsreichtum, seine sprühenden Ideen und quecksilbrigen Choreografien leiteten die Geburt der Postmoderne im amerikanischen Tanzgeschehen ein. Eine Handlung, entlang der man eine Choreografie zu stricken hatte – verzichtbar. Die Bühnenmitte als Zentrum der Aufmerksamkeit – passé. Tanz konnte sich fortan überall ereignen. Und jede Bewegung konnte zu Tanz werden.
«No fixed points» lautete ein Motto des Meisters: Die frontale Ausrichtung, das Vorne, war für eine Choreografie nicht länger verbindlich. Cunninghams Plädoyer für eine rigorose Ausweitung der choreografischen Ausdrucksmöglichkeiten scheint ein typisch amerikanisches Anliegen jener künstlerischen Aufbruchszeit zu sein; John Cages Überzeugung, dass jeder Klang, jedes Geräusch Musik sein kann, fällt nicht zufällig in dieselbe Zeit.
Immersives Milieu
Ausgerechnet eine junge Filmemacherin aus Russland, der Hochburg des Klassischen Balletts, hat nun einen überaus aufschlussreichen Film über Merce Cunninghams Leben ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Wendy Perron
Warum ist Bill für mich so wichtig und inspirierend?
Weil es unvorstellbar ist, wie der Tanz heute ohne ihn aussehen würde. Bill hat uns eine neue Dimension eröffnet.
Weil er imstande ist, seine Begabung in fassliche, berührende Aktion umzumünzen.
Weil er seine Arbeit gemacht hat, sie weiterhin macht und auch künftig machen wird.
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tanz
Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
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