Coburg: «Secret Affairs»
Eigentlich sollte es eine «Queen´s Night» werden. Ballettchef Marc McClain wollte mit seiner Kompanie einen Abend zur Musik der Rockgruppe Queen auf die Bühne bringen. Daraus wurde nichts, die Rechte für die Verwendung der Musik wurden ihm nicht gewährt. Stattdessen gibt es nun den dreiteiligen Abend «Secret Affairs» zu Musik von Mozart, von Frangis Ali-Sade für das Kronos Quartet und Beatles-Hits, diese in den eigenwilligen Arrangements von Leo Brouwer und Per Arne Glorvigen für Gitarre, Bandoneon und Orchester.
Keine Spur des Anflugs einer Notlösung.
Fünf Tänzerinnen und vier Tänzer geben jedem der Stücke besondere Akzente. Das macht den Abend zu einem Beweis, dass auch eine kleine Kompanie gewinnt, wenn sie sich großen Anforderungen stellt. Zu Mozarts d-Moll Klavierkonzert fordert Ballettmeisterin Tara Yipp in «Concerto» artistische Präsenz und Humor, wenn die in Frack und Unterwäsche verpackten Tänzer auf rollenden Hockern als Mitglieder eines Orchesters durch die Partitur pesen. Eun Kyung Chung, erst selbstverliebte Solistin an den imaginären Tasten, befreit sich in der Kadenz des ersten Satzes aus den Zwängen der Reproduktion. In einer stimmungsvollen Romanze präsentiert ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 36
von Boris Gruhl
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