Brit Rodemund
Die Wurzeln, Prägungen und eingeschriebenen Erfahrungen, die mein Tun und Denken beeinflussen und die Teil meiner Identität geworden sind als Mensch und als Tänzerin, sind zunächst durch meine Ausbildung im klassischen Tanz beeinflusst. Später kamen Erfahrungen mit verschieden Stilen, Methoden und Ansätzen des zeitgenössischen Tanzes hinzu. Ich fühle aber auch eine starke Verbundenheit mit der langen Tanztradition in Europa und den Entwicklungen und Bewegungen, die damit einhergegangen sind, sei es das klassische Ballett, der Ausdruckstanz oder das Tanztheater.
Teil meiner Identität ist aber auch das Bewusstsein darüber, dass ich als Tänzerin selbstbestimmt meinen Beruf ausüben kann, größtenteils künstlerische Meinungsfreiheit besitze und Strukturen, Netzwerke und finanzielle Unterstützung vorfinde, die den Tanz fördern und es mir erlauben, künstlerisch tätig zu sein.
Andererseits kann Heimat für mich auch da sein, wo ich mich «zu Hause» fühle, und dafür braucht es oft nicht mehr als ein Studio, andere Tänzer, eine Idee … egal wo!! Häufig gehen wir schon in jungen Jahren in andere Länder, um Tanz zu studieren und setzen uns mit einer neuen Stadt, einem neuen Umfeld und neuen ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 113
von Brit Rodemund
Auf dem abgegrasten Feld der Stile, auf dem viele Choreografen zurückkehren zu Bewährtem, fallen die Erfinderischen auf. Und das libanesisch-spanische Choreografenpaar Guy Nader und Maria Campos, das in Barcelona ein eigenes Ensemble leitet (darin auch selbst tanzt), hat mittlerweile nicht nur dort ganz eigene, eigenartige choreografische Pflänzchen aufgezogen – in...
Für eine klassische Ballerina wäre sie zu hochgewachsen, aber der Bühnentanz ist eh nicht ihr Metier. Zumindest nicht aktiv. Aber Carmen Kovacs, so heißt die Tochter einer polnischen Mutter, um die es hier geht, hat einen sehr klugen Kopf. Sie ist jung, und sie liebt, was und wen sie sieht in Trainingssälen und auf Tanzbühnen, und natürlich das, was die dort tun....
Es ist sicher kein Zuckerschlecken, in der norddeutschen Provinz die Fackel des Tanzes an einem Siebenspartenhaus mit vier Spielstätten und 20 Millionen Euro Etat am Flackern zu halten. Vor allem, wenn man als gebürtiger Pariser den Glanz des dortigen Ballet de l’Opéra erlebt hat. Doch Antoine Jully, der als Tänzer in seiner Heimatstadt und beim Royal Ballet London...
