Brief aus Salamanca
Ein gepfefferter Leserbrief. Ein Pamphlet in der Lokalzeitung, sehr aggressiv. Unter dem schlichten Titel «Reflexiones sobre el festival de las artes» ballern die Verteidiger des kulturellen Erbes aus allen Rohren. Unerhört, für das Kulturfestival in Salamanca Jahr für Jahr im Hof der Casa de las Conchas, einem venezianisch anmutenden Palast aus dem 16. Jahrhundert, nächtliche Konzerte zu veranstalten und das schöne Bauwerk durch Bartresen samt Schankanlage zu entstellen. Auch die Nachtruhe sei dahin. Um Mitternacht ...
Sind wir hier in Spanien? Verschlafenes Salamanca, die Künste halten Einzug, um dich zu wecken!
Lesen wir weiter im Brief der «Bürgerinitiative zur Verteidigung des Kulturguts»: Die schöne Plaza Mayor, rundum von entzückenden Arkaden gesäumt, sei nun wirklich nicht der rechte Ort für Großspektakel, wo Tänzer an Kränen hängend durch die Luft schweben. So unterstreicht man ungewollt, wie sehr Salamanca trotz seiner 30 000 Studenten aus ganz Europa eine Insel ist, eine Provinzstadt mit Weltkulturerbe. Wer käme auf die Idee, hier eins der hochkarätigsten Festivals Europas aus dem Boden zu stampfen? Wer, außer der konservativen Regierung der Provinz Castilla y León, die ...
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