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Auf Adrenalin

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Tänzer, nackt, im öffentlichen Raum: mal balancierend auf dem Eingangsschild zum Berliner U-Bahnabgang an der Weinmeisterstraße, mal im Grand jeté vor dem Brandenburger Tor. Jordan Matter, 48, ist kein Skandalfotograf, eher ein Abenteurer, der es mühelos schafft, Tänzer aus diversen Kompanien in ein ganz besonderes Nachtleben zu entführen. Sie proben mal in der New Yorker Subway, mal auf der Brooklyn Bridge. Sobald es so aussieht, als komme niemand um die Ecke, machen sich bis zu 25 Tänzer in Bruchteilen von Sekunden nackt und werfen sich in ihre Figur.

Matter schießt sein Foto, alle greifen nach den Kleidern und verschwinden wieder. Ein Flash mit Spitzenschuh. Ein Schnellschuss mit Adrenalin, wenn die Tänzer im Park des Louvre auch mal von Wachpersonal erwischt werden. Gerade die Angst vor Verhaftung oder die Androhung eines Bußgeldes wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses erhöhen den Puls des prüde erzogenen amerikanischen Fotografen. Belohnt wird der Betrachter mit durchweg ästhetischen, mitunter schwarzweißen Aufnahmen, deren nächtliche Atmosphäre und Eleganz so gar nichts Verruchtes ausstrahlen. Im Gegenteil sind es bildschöne Aufnahmen einer Kunst, die – nach ...

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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Medien, Seite 62
von Arnd Wesemann

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