Bern: Yu-Min Yang «Le Corbusier»
Der Taiwanese Yu-Min Yang (geb. 1978) war als Gewinner des «Berner Tanzpreises» 2016 eine Überraschung. Nicht, weil er beim Förderwettbewerb für junge Choreografen 163 Teams aus 36 Ländern überflügelte, sondern weil er ein Mann aus den eigenen Reihen ist: Als Mitglied der Tanzkompanie von Konzert Theater Bern erhielt er die Chance, mit den Ensemble-Kollegen ein Stück zu kreieren und darin selbst zu tanzen. Nur das Thema der Produktion in der Berner Vidmarhalle war vorgegeben: Le Corbusier.
Der einflussreiche Schweizer Städtebauer, Architekturtheoretiker, Maler und Zeichner, dessen Werk seit 2016 zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, war von dem Wahn besessen, durch funktionales Bauen und genormte Wohneinheiten die Basis für eine bessere Gesellschaft legen zu können. Er erfand den Modulor, ein Maßsystem, das die Proportionen des menschlichen Körpers und des Goldenen Schnitts auf Räume überträgt. Yang lässt sich für sein Stück von eben diesem «Poème de l’angle droit» («Das Gedicht vom rechten Winkel») inspirieren, dem Text, in dem der Architekt eine Art künstlerische Umsetzung seines Weltbilds realisiert sehen wollte. Till Kuhnert baut ein mathematisch ausgeklügeltes Bühnenbild, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Metamorphose eines Mannes. Aus seinem Körper sprießen tiefschwarze glänzende Federn. Sie sträuben sich kraftvoll auf seinem Rücken, seinen Armen, wachsen tief in das Gesicht hinein. Es ist das Gefieder eines Schwans. Wunderschön, aber: schwarz. Nicht weiß. Er wird immer unvollkommen bleiben, wie der Kreis, den seine heftig flügelschlagenden Arme auf dem Boden...
Hofesh Shechter
Andere machen Uraufführungen, dieser Choreograf hat‘s am liebsten als Gesamtkunstwerk. «Grand Finale» heißt der neueste Trip, auf den er das Publikum schickt. Was es zu sehen kriegt? Zehn Tänzer, «eine Welt im freien Fall» dank mannigfaltiger Erschütterungen im «Zeitalter der Extreme», als Zugabe Live-Musiker, die das passende akustische Armageddon...
Aufführung: Junior Ballett Zürich
Choreografischer Nachwuchs – so etwas ist in der deutschsprachigen Schweiz quasi unbekannt. Da scheinen junge Leute, die mit Gruppen von Tänzern was Gescheites anfangen können, eine Gattung zu sein, die es erst noch zu entdecken gilt. Einer, der das tut, ist der Zürcher Ballettdirektor Christian Spuck. Sein Junior Ballett gibt im...
