Berlin: Gravity & Other Myths «Out of Chaos»
Kein Conférencier, keine Witze, keine «Tada-Gesten» («seht her, ich hab’s geschafft»), keine Handlung, nicht mal Nummern – kein Zirkus, nichts von dem, was das Varieté sonst so berechenbar in akrobatische Miniaturen zerlegt. Stattdessen sehen wir: reine Choreografie für ein geschlossenes Ensemble ohne Stars. Tapfere acht plus ein Musiker, alle aus dem australischen Adelaide, versammeln sich unter dem nicht mehr ganz taufrischen Begriff «Neuer Zirkus». Das Ensemble mit dem hübschen Namen «Schwerkraft und andere Mythen» räumt vor allem mit einem Mythos auf.
Wer im Neuen Zirkus was werden will, muss ans Theater, zur großen Kunst, aber doch nicht mehr ins Varieté, nicht in das bereits 15 Jahre alte Chamäleon, diese charmante kleine Bühne im ersten Stock in den Hackeschen Höfen, dem Berliner Zentrum für touristische Erstversorgung.
Die Produzentin Anke Politz ist eine heftige Streiterin für den zeitgenössischen Zirkus, wie er in Australien genannt wird – und für seine Emanzipation. Und zwar vor einem Publikum, das sich weinselig nichts denken will. Doch auch dieser Mensch hat ein Recht auf Kunst. So viel Integration muss sein. Möglich macht das Darcy Grant, der Choreograf, der gern von ...
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