Abgesang: Víctor Ullate Ballet
Anfang Oktober gab Víctor Ullate bekannt, dass er seine Ballettkompanie in Madrid aus finanziellen Gründen schließen muss. Drei Jahrzehnte lang hatte der heute 72-jährige Choreograf, einst Solist in Maurice Béjarts Ballet du XXe Siècle, ein Programm zwischen Klassik, Neoklassik und spanisch getönter Moderne bestritten. Mit einer knappen Million Euro im Jahr wurde das Víctor Ullate Ballet von der Stadt Madrid subventioniert, der spanische Staat spendete zuletzt mickrige 50 000 Euro. Das reicht nun nicht mehr, um die 21 Tänzer zu halten.
«Das Land ist, wie es ist», resig-niert Ullate in einem Interview und beklagt neben dem politischen Desinteresse an der Kultur auch fehlendes Sponsorentum.
Ullates Stiftung und seine Schule, die als eine der besten in Spanien gilt, bleiben bestehen; er will eine «Casa de la Danza» für sozial benachteiligte Kinder einrichten und sich ganz auf die pädagogische Arbeit konzentrieren. Aus der Schule gingen berühmte Tänzer wie Tamara Rojo oder Ángel Corella hervor, der 2014 seine eigene Ballettkompanie in Barcelona schließen musste. Ullate hatte eine weitere seiner Schülerinnen, die Ex-Münchner Primaballerina Lucía Lacarra, vor einem Jahr zur neuen ...
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