balletttreter
Die einen laufen hinter dem Ball her, die anderen nennen es den kleinen Ball, ein Ballett. Niemand sähe darin irgendeine Verwechslungsgefahr. Deshalb hat auch noch keiner versucht, das Wort «Ballett» markenrechtlich schützen zu lassen. Was durchaus eine Überlegung wert wäre, denn dieser Tage ist der Sport besonders mächtig und genießt die volle Sympathie der Richter.
DFB vs.
DFB
Immerhin könnte der internationale Tischtennisverband zum Beispiel auf die Idee kommen, sein kleines, hart umkämpftes Bällchen aus einer naheliegenden Sprachlaune heraus «Ballett» zu nennen. Dafür müsste er das Ping-Pong-Kügelchen lediglich markenrechtlich als «Ballett» im Sinn eines eingetragenen Warenzeichens, also Trademark, registrieren lassen. Prompt sähen alle alteingesessenen Ballett-Kompanien ganz schön alt aus. Nur ein abwegiges Gedankenspiel? Nicht unbedingt, wie der folgende aktuelle Fall beweist: Im Juni traf das Deutsche Fernsehballett (DFB) vor dem Landgericht München auf die Vertreter des Deutschen Fußballbunds (DFB). Dieser Kicker-Bund erreichte es völlig mühelos, dass den Showgirls des freischaffenden Deutschen Fernsehballetts ein saftiges Ordnungsgeld von 250.000 Euro droht, wahlweise ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: praxis, Seite 70
von Arnd Wesemann
Die jüngste Arbeit des französischen Choreografen Jérôme Bel, Premiere war beim «Kunstenfestivaldesarts» in Brüssel, heißt «Disabled Theater». Der Name beschreibt, wie immer bei Bel, akkurat bereits den Inhalt: ein Stück, gemacht von geistig Behinderten, die allesamt professionelle Performer des Theater Hora in Zürich sind. Es mag überraschen, dass ein Mann, der...
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pierre lacotte
ein wirklicher Grandseigneur, erhielt beim diesjährigen «Tanz-Oscar», dem «Prix Benois de la Danse», seinen Lebenswerk-Lorbeer. Kurz nach seinem achtzigsten Geburtstag wurde er in Moskau für seine Verdienste um die Tanzkunst ausgezeichnet. Von «La Sylphide» über den «Pas de Quatre» bis «Coppélia» hat kein anderer so viele...
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sasha waltz
beendete ihr letztes Interview für eine Buchreihe namens «Nahaufnahme» im Sommer 2007 mit einem «ganz banalen Wunschtraum»: «Mal wieder richtig Zeit zu haben.» Das war nötig. Denn vier Jahre später erzählt sie Michaela Schlagenwerth mit großer Offenheit, in welchem Zustand sie damals tatsächlich war. Bei der Wiederaufnahme ihres Stücks...
