Wien

Noé Soulier «Faits et Gestes»

Tanz - Logo

Längst ist es aus mit der Illusion von Ballett-Fluffigkeit für Noé Soulier. Das Stück hat noch gar nicht richtig angefangen, da ist dieser «fait», dieser Fakt schon mal klar. Die Tänzer seines neuen Stücks «Faits et Gestes» kommen bei der Uraufführung im PACT Zollverein Essen mit einem extra langen Auftritts-Marsch von hinten durch den Zuschauerraum auf die Bühne. Jeder Schritt lässt den Boden dumpf erzittern und bollern – mikrofonverstärkte Tanzfläche. Keine Fiktion von Leichtigkeit, keine geräuschlos-watteweiche Eleganz.

Diese Körper schaffen eine unüberhörbare Realität, sie schnaufen, poltern, schleifen und patschen. Der Tanzkörper ein Klangkörper.

Dabei war es ursprünglich doch das Ballett, das Noé Soulier zum begehrenswerten It-Boy der französischen und bald auch internationalen Tanzszene machte. 2009 entführt er sein Publikum in ein «Kingdom of Shades». Darin widmet er den Stars des Handlungsballetts von «Giselle» bis «Coppélia» eine kleine Tanzsequenz, doch konzentriert er sich ausschließlich auf die Préparations und reiht diese vorbereitenden Bewegungen für Sprünge und Drehungen zur wunderbar ironischen Choreografie aneinander – eine heitere Fusion von Danse d’école und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 46
von Nicole Strecker

Vergriffen
Weitere Beiträge
Colmar

Schule, Beruf, Altersheim: Überall fügen wir uns brav in die Masse und gehorchen dem Herdentrieb. Vom lebenslangen Konformismus und den kleinen Fluchten daraus handelt dieses heitere, sehr menschliche Tanzstück, dessen Titel man mit «Cupido ist’s egal» übersetzen würde.

Ivan Cavallari, noch Direktor des Ballet du Rhin, hat einen Choreografen aus der Off-Szene...

Access to dance

Das Ungewöhnliche an diesem vor gut einem Jahrzehnt in München ausgeheckten Projekt mit Namen «Access to Dance» ist wohl, dass sich hier sieben Spezialisten für Ballett und zeitgenössischen Tanz zusammengesetzt und etwas Nachhaltiges entwickelt haben. Und – ein Wunder − sie kooperieren bis heute, ohne dass auch nur die geringste Auseinandersetzung ruchbar geworden...

Nach Augsburg

Ricardo Fernando trägt die brasilianische Sonne im Herzen. Wenn auf seiner Stirn düstere Wolken aufziehen, ist die Lage ernst. Am Theater Hagen ist die Lage ernst: Intendant, Generalmusikdirektor, Jugendtheaterleiter und mit Fernando nun auch noch der Ballettdirektor und Chef-Choreograf gehen zum Spielzeitende (tanz 12/16 und 1/17). Der 46-Jährige übernimmt in...