persönlich
Newcomer: hugo marchand
Es gibt viele Gründe, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Interessen in den Topf einer «Generation X» zu werfen – verbunden durch eine gemeinsame Geschichte. So geschehen in Paris nach den IS-Attentaten vom November, als die Jugend zur sogenannten «génération Bataclan» mutierte. Ähnlich ergeht es den Tänzern an der Pariser Opéra, wo die «génération Millepied» ausgerufen wurde. Der junge Ballettchef wird absehbar auch einen neuen Typus von danseurs étoiles hervorbringen.
Menschen wie Hugo Marchand: weltoffen, wortgewandt, vielseitig, selbstsicher. Noch ist Marchand kein danseur étoile, aber sein Weg dorthin scheint vorgezeichnet. Der 21-jährige Bretone aus Nantes erklomm die Stufen der Karriereleiter im Jahresrhythmus. 2014 coryphée, 2015 sujet, 2016 premier danseur. Seine jüngste Beförderung trat am 1. Januar in Kraft.
Zwischendurch nahm er, vier Wochen vor den November-Attentaten, den Preis des Cercle Carpeaux mit. Der erlauchte Kreis zeichnet seit 1982 jährlich einen Nachwuchstänzer des Ballet de l’Opéra national de Paris aus, der weder premier danseur noch étoile sein darf und unter 25 Jahren jung sein muss. So drückte die Jury Marchand kurz vor ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2016
Rubrik: Menschen, Seite 26
von
Die Premiere des letzten Teils von Angela Schubots Trilogie «Körper ohne Macht» fiel auf den Abend jenes Tages, an dem Deutschland beschlossen hatte, sich am Militäreinsatz in Syrien zu beteiligen – und damit: in den Krieg zu ziehen. Zuvor hatten zahlreiche Medien eine Umfrage zitiert, wonach 58 Prozent aller Deutschen «einen militärischen Beistand Frankreichs im...
Was hätte ein gewisser Konrad Adenauer – Oberbürgermeister von Köln, als er 1926 aus moralischen Gründen Béla Bartóks «Der Wunderbare Mandarin» verbieten ließ –, wohl zu dieser «Lulu» gesagt? Jochen Ulrich hat sie 1990 seinem Tanz-Forum Köln hochdramatisch auf den Leib kreiert und für Furore gesorgt. Inspiriert von Frank Wedekinds literarischer Vorlage «Erdgeist»,...
Verführerisch leicht, so sieht das Spiel aus, zu dem ADA einlädt. Mit den Fingerspitzen scheint es möglich, diesen mit Helium gefüllten Ballon zu bewegen. Wer nach den Kohlestiften greift, die wie Stacheln aus seiner transparenten Haut herausstehen, bekommt schwarze Hände. ADA leistet wenig Widerstand, schwebt hierhin, schwebt dorthin, hüpft hoch, senkt sich herab,...
