abschied: charles picq

Vor drei Jahrzehnten, als der zeitgenössische Tanz langsam seinen Platz in der Kunstlandschaft eroberte, hatte der Fotograf, Schauspieler und Musiker Charles Picq bereits die Idee, Choreografien auf Video festzuhalten. Der Autodidakt verfeinerte seine Filmtechnik immer mehr, aus dem Pionier wurde ein Spezialist. Statt sich als Künstler zu profilieren, stellte er sein Talent in den Dienst der Choreografen. In den 1980er-Jahren begann er, für das Maison de la Danse in Lyon sämtliche dort gezeigten Stücke zu filmen und zu archivieren – aber nicht, um sie wie einen Schatz zu hüten.

Picq ließ einen Raum einrichten, in dem Schulkassen und Interessierte noch heute die Videos kostenlos ansehen können. Seine DVD «In 80 Tänzen um die Welt» geriet zur Liebeserklärung an den Tanz und wurde ein gefragtes pädagogisches Werkzeug. Als die Internetverbindungen an Leistungsfähigkeit zulegten, brachte der Findige Geld und Know-how zusammen, um den gesamten Fundus tausender Mitschnitte, Interviews und Dokumentarfilme des Maison de la Danse zu digitalisieren und für Jedermann abrufbar zu machen – natürlich kostenlos. Dahinter steckte kein Wohlfahrtsdenken, sondern ein republikanischer Geist. Den Plan, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2013
Rubrik: menschen, Seite 30
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
impressum

tanz__Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
__Herausgeber
Friedrich Berlin Verlag
__Redaktion  
Hartmut Regitz, Arnd Wesemann
Mitarbeit: Dorion Weickmann,
Sofie Goblirsch, Marc Staudacher,
Franziska Buhre
Knesebeckstraße 59-61, D–10719 Berlin
redaktion@tanz-zeitschrift.de
www.tanz-zeitschrift.de
Tel +49-(0)30-254495-20, Fax -24
__Grafik & Bildredaktion
Marina...

Der direkte Weg zu tanz – Vorschau auf kommende Ausgaben

  im februar: dance crazy______  
Hollywood, die 1940er-Jahre. An der Westküste blüht die Filmindustrie, an der Ostküste boomt der Broadway. Musicalfilme hier, Tanzentertainment dort – und Gentleman Fred Astaire steppte immer vorneweg. Aber wer kennt noch Hermes Pan, seinen Choreografen? Und wie haben die beiden und ihre Kollegen es geschafft, den Tanz derart...

antwerpen: nicole beutler «shirokuro»

Von «Ebony & Ivory» sangen einst Stevie Wonder und Paul McCartney, als sie das Miteinander heller und dunkler Klaviertasten zur gesellschaftlichen Blaupause erhoben. Auf Japanisch vereinen sich beide Extreme in dem Wort «Shirokuro»: schwarz-weiß. Nicole Beutler, Choreografin in Amsterdam, kam auf den japanischen Titel nicht nur, weil sie mit der Pianistin Tomoko...