Zwischen zwei Welten

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser Daniil Simkin tanzt ganz bewusst mit Kopf und Körper. Lange hat er New York bezaubert, jetzt erobert er Berlin.

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Auf den ersten Blick unterscheidet er sich bei den Proben nicht von seinen Kollegen. Daniil Simkin verteilt Pralinen im Ballettsaal, trödelt herum, während sich andere bereits auf ihren Tanz vorbereiten. Kaum ist er aber am Drücker, legt er sich sein Stirnband an, und der Adrenalinschub wirkt: Wie auf Kommando springt er an.

Der gebürtige Russe interpretiert seine Rolle auf den Punkt: ein Präzisionsfanatiker, der einem mit raumgreifenden Bewegungen begreiflich macht, warum ihn das neue Führungsduo des Berliner Staatsballett – Johannes Öhman und Sasha Waltz – unter die «fünf besten klassischen Tänzer weltweit» rechnet. Simkin lächelt keinen Fehler weg, entschuldigt keinen Missgriff, sondern arbeitet äußerst konzentriert mit Kopf und Körper. Das zeigt sich am Folgetag bei einer Pas-de-deux-Probe. Das zeigt sich auch beim anschließenden Gespräch, das übrigens auf Deutsch erfolgt – mit einem Akzent, der sich nicht ohne Weiteres einordnen lässt. 

Gestern haben Sie bei einer Durchlaufprobe genau das getan, was der Ballettmeister vorgab. Heute sah das ganz anders aus …

Ich habe experimentiert: eine Cabriole nach hinten, eine Triple Tour am Ende der Variation. 

Lässt Ihnen die ...

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Tanz Mai 2019
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Hartmut Regitz

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