Zwei Entschleuniger
Der Begriff Entschleunigung, der schon abgedroschen war, bevor er in Mode kam, trifft es nur oberflächlich, was Rosemary Butcher macht. Sie zelebriert Kargheit und Repetition als Alternative zu Redundanz und Beschleunigung. Sie arbeitet dabei mit zwei Elementen, die unserer Zeit widersprechen: der Verlangsamung und der Verdichtung. Weil sie beim strukturellen Denken nach innen lauscht, könnte man sagen – typisch weiblich. Vielleicht nennt sie deshalb ihr jüngstes vierteiliges Stück «Woman And Memory».
Rosemary Butcher setzt strenge formale Kriterien.
Die Form ist die Abstraktion ihres Denkens und Fühlens. Dafür benutzt sie die gute alte Metapher des Reisens. Sie meint das Leben und lässt es tanzen. Elena Giannotti tritt auf der Stelle. Sie tut es im ersten und letzten von vier Teilen, live im Münchner i-camp und im Film. In ihrem ersten Solo «Images Every Three Seconds» hat ihr Charles Balfour ein Lichtviereck auf den Boden projiziert, das ihren Bewegungsspielraum auf vielleicht einen Quadratmeter beschränkt. Sie nutzt nur den Rand. Anders als man es sonst gewohnt ist, geht sie nicht in den Raum. Im Film «Vanishing Point» von Martin Otter ist die Tänzerin ein mühsam wahrnehmbarer ...
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Er hat mehr Einfluss auf die Tanzszene, als ihm bewusst ist. Erwin Wurm, Österreicher und Künstler. 1991 zog er sich dreizehn Pullover übereinander an. Sechs Jahre später entdeckte Jérôme Bel, dass dieses Übereinanderschichten von T-Shirts in «Shirtologie» auch Tanz sein kann – so, wie Erwin Wurm diesen «Prozess» des An- und Ausziehens eine Skulptur nannte. 1992...
Aaron Watkin, ein weiter Weg. Sie stammen aus Vancouver, tanzten in Frankfurt und übernehmen 2006 als Nachfolger von Vladimir Derevianko die Ballettdirektion der Dresdner Semperoper. Warum Deutschland und nicht Kanada? Europa ist vergleichsweise klein, ohne Schwierigkeiten überwindet man die Grenzen, kann die verschiedensten Kompanien sehen,...
