Knochenarbeit
Sie nennt ihren Lernstoff schlicht «Anatomical Realities». Susan Klein, Namensgeberin der Klein Technique und seit 30 Jahren in New York mit der Susan Klein School of Movement and Dance Magnet aller denkenden, fühlenden, schöpferischen Tänzer, führt sie zur Basis zurück: zur Erdung. Ihr Fokus: die solide Struktur der Knochen und ihre Hebelwirkung. Knochen verkörpern die Essenz, die Identität, den Willen, den Mut. Sie sind ein starker Energieträger, der nicht nur die tiefe Haltungsmuskulatur mobilisiert, sondern den «Spirit» zum Schweben bringt, damit auch die Kunstform Tanz reift.
Pragmatisch betrachtet, ist ihre Arbeit ein probates Bindeglied zwischen Tanztraining und Körperarbeit, entwickelt aus der Fusion zwischen Laban-Analyse und der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre. Nahziel für die lebenslang Übenden: sich angemessen zu bewegen – hin zum eigenen Potenzial.
An der Beach Street 48 in New York gibt sich die Prominenz die Klinke in die Hand. Stephen Petronio gehört zu ihren Schülern, auch Trisha Brown. Susan Klein ist «überaus stolz» darauf, maßgeblich daran beteiligt gewesen zu sein, Brown von ihrem Entschluss abzubringen, mit 55 das Tanzen aufzugeben. Stattdessen schuf sie mit ...
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«Lawn» = Rasen. Diese Übersetzung ist geläufig. Dass dieser Begriff aber auch einen Zustand benennt, der den Mangel an Sonne und damit den Rückzug von der Realität in unlogische Denkmuster und Illusionen von offenen Räumen beschreibt, das lernen wir in «Lawn» von drei gestandenen Australiern. Sie haben dieses innere Drama offenbar selbst erlitten, als sie Mitte...
Alfred Döblin schrieb dem Ballett in «Die Tänzerin und der Leib» (1910) eine brutale Deformation des Körpers und damit der Seele zu. Ernst Jünger feierte umgekehrt in «Über den Schmerz» (1934) die Zurichtung des Körpers als das Ziel jeder Seele. Und Rainer Maria Rilke betrachtete den Tanz als eine Verwandlung, in der das Sichtbare endlich unsichtbar und geistig...
Der Begriff Entschleunigung, der schon abgedroschen war, bevor er in Mode kam, trifft es nur oberflächlich, was Rosemary Butcher macht. Sie zelebriert Kargheit und Repetition als Alternative zu Redundanz und Beschleunigung. Sie arbeitet dabei mit zwei Elementen, die unserer Zeit widersprechen: der Verlangsamung und der Verdichtung. Weil sie beim strukturellen...
