Zukunftslabor
Dem Format der Pitchings haftet etwas von Trostpreis an: Die künstlerischen Arbeiten bzw. Methoden gelten als interessant, reichen aber nicht für einen abendfüllenden Slot im Showcase. Und doch sind sie für Kurator*innen eigentlich echte Fundorte: weniger fertige Produkte als ein Denken in Bewegung – bei gleichzeitiger Nähe zu den Künstler*innen.
Sichtbarkeit und Vernetzung
Der Raum im Dresdner Societaetstheater verspricht diese Nähe zunächst nicht: Sitzreihen, kleine Bühne. Und doch entsteht sie.
Die Offenheit zeigt sich in den künstlerischen Zugängen. Fang Yun Lo (Polymer DMT) arbeitet dokumentarisch, zeigt Arbeitsausschnitte auf einer weißen Stellwand und verbindet persönliche Erinnerung mit kulturellen Narrativen. Auf Adam Russell-Jones’ Shirt steht «We are all dreamers» – die an eine Schulpräsentation erinnernde Leinwand wird zur Projektionsfläche eigener Bilder. Seine Bewegung: Rave Culture im klassisch ausgebildeten Körper. Beiläufig politisch: «What can I do with my practice in between Ukraine and all the barbaric wars?»
Inhaltlich zeichnen sich Schwerpunkte ab: Lotte Mueller verbindet Tanz und Zirkus, Zinada arbeitet für junges Publikum. Aesthetics of Access sind präsent, ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Tanzplattform, Seite 60
von Thaddäus Maria Jungmann
Das männliche Prinzip steckt in der Krise, auch im Tanz. Das George Balanchine zugeschriebene Motto «Ballet is Woman» war immer schon eine gendernormative Verkürzung. In Zeiten von durchlässig gewordenen Geschlechtergrenzen ist es grundfalsch. Wenn sich aber Männlichkeit neu finden will, dann muss man erst einmal definieren: Was will, was kann ein Mann sein?
Die...
Hat das Pariser Opernballett etwa eine neue Sylvie Guillem? Roxane Stojanov jedenfalls ist dem einstigen Superstar nicht unähnlich: Die neueste Danseuse étoile im Palais Garnier misst 173 Zentimeter (Guillem: 172 Zentimeter) und besitzt ähnlich lang gestreckte Arme und Beine, die sie wirkungsvoll einzusetzen versteht. Für Forsythe oder Balanchine, von denen sie...
Abschied
BIRGITTA TROMMLER
Birgitta Trommler war eine Macherin. An der Deutschen Sporthochschule Köln lernte sie von Maja Lex, auf die eigene Kreativität zu vertrauen. Alles andere kam dann ab 1965 in New York, in den Studios von Martha Graham und Katherine Dunham, in Trainings bei Cunningham und Limón. «Du kannst das, und wenn du das glaubst, dann wird das auch»,...
