Gemeinsam statt einsam
Am 26. Februar, dem Tag der Premiere unserer Show «The West» an der Berliner Volksbühne, wurde auch der Patient Null in Mitte ausgerufen. Das geschah während der Berlinale, die Stadt war voll mit internationalen Gästen. Ein paar Tage später zeigte sich die Angst vor Ansteckung bereits bei den Ticketverkäufen: Die meisten Veranstaltungen waren leer. Wir hatten noch etwas mehr Publikum, vermutlich weil die Premiere gerade erst gelaufen war. Trotzdem herrschte wohl die Überzeugung, das alles werde schnell vorbeigehen.
Unsere für Ende März angesetzte Aufführung war jedenfalls sehr gut verkauft. Schon am Monatsanfang bekam ich jedoch Anrufe von Freunden aus Italien, die mich zum Social Distancing drängten und dazu, das wirkliche Ausmaß des Virus zu begreifen. Ich traf die Entscheidung, unser Büro-Team von zu Hause arbeiten zu lassen.
Weitermachen, unbedingt
Eigentlich sollten wir an unserem Stück «Stages of Crisis» arbeiten, dessen Premiere für kommenden Dezember am Berliner Hebbel am Ufer (HAU) geplant ist. Ich entschied, online weiterzumachen. In der zweiten Märzwoche waren wir alle bereits in selbstauferlegter Quarantäne, noch vor den offiziellen Ausgangsbeschränkungen. Auf die ...
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Tanz Juni 2020
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Constanza Macras
Was wir uns sparen können: die immer schon merkwürdige Diskussion, ob die Theater leer bleiben, wenn, was auf den Bühnen geschieht, im Netz zu sehen ist. «Video Killed The Radio Star» – das war schon 1979 falsch, als The Buggles damit ihr One Hit Wonder hatten. Nicht dass es in der Mediengeschichte keine Untergänge gäbe, doch die Sorge, dass die Orte verwaisen, an...
Vortanzen ist angesagt, auch bei der Iwanson International School of Contemporary Dance in München für die dreijährige Ausbildung ab September. Bis zu 500 junge Männer und Frauen aus 26 Nationen zwischen 16 und 22 Jahren bewerben sich jedes Jahr um einen der begehrten Plätze, aber nur 60 bis 70 von ihnen werden genommen. Die Zahl der Aspiranten beweist das hohe...
«Nie werde ich vergessen, wie stark der Eindruck war, den sie damals in den 50er-Jahren auf mich machte und der bis heute nachwirkt.» Wer solches sagt über Traudl Kuppe-Loew, ist nicht irgendwer, sondern eine der brillantesten Ballerinen, die es jemals in Deutschland gegeben hat: Birgit Keil. Für kurze Zeit besuchte sie deren Ballettunterricht. «Ich erinnere mich»,...
